Nettetal: Trinkwasser wird teurer
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.12.2010Nettetal (RPO). Stadtwerke Nettetal heben erstmals seit vier Jahren den Arbeitspreis an. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt zahlt künftig etwa 1,40 Euro im Monat mehr. In diesem Jahr werden 700 000 Euro investiert
Der Preis für Trinkwasser in Nettetal steigt zum 1. Januar um 10 Cent brutto pro Kubikmeter. Es handelt sich um den so genannten Arbeitspreis. Der Grundpreis für bereitgestellte Anlagen bleibt dagegen unverändert. Dies teilte die Stadtwerke GmbH gestern mit. Es handele sich um die erste Preisanhebung seit vier Jahren. Ein Haushalt mit vier Personen und einem Verbrauch von 160 Kubikmetern im Einfamilienhaus zahle monatlich 1,40 Euro brutto mehr.
Die Stadtwerke versorgen ganz Nettetal mit Trinkwasser, das in den Wasserwerken Lobberich, Breyell und Kaldenkirchen gewonnen wird. In Hinsbeck befindet sich außerdem ein Hochbehälter. Im vergangenen Jahr investierten die Stadtwerke nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren rund eine Million Euro in das Trinkwassernetz, durch das etwa zwei Millionen Kubikmeter an die Verbraucher abgegeben werden.
Kooperation
Mittel So werden beispielsweise abgeerntete Flächen begrünt, um Winterbrache zu vermeiden. Ebenso wird durch Bodenproben vor der Aussaat und nach der Ernte der Einsatz von Düngemittel optimiert.
Ziel Mit diesen und weiteren Maßnahmen wird verhindert, dass Stickstoff und andere Nährstoffe in tiefere Bodenschichten gelangen. Die Stadtwerke Nettetal unterstützen die aktiven Mitglieder durch Beratung und Fördermittel.
Hervorragende Qualität
"Wir versorgen täglich rund 50 000 Menschen in Nettetal und Wachtendonk mit Trinkwasser", berichtet Geschäftsführer Norbert Dieling. Er weist darauf hin, dass das Nettetaler Wasser grundsätzlich eine hervorragende Qualität hat und regelmäßig kontrolliert wird. Der Gesetzgeber hat in der Trinkwasserverordnung Grenzwerte festgelegt. In Nettetal werden nach Dielings Angaben die Grenzwerte eingehalten und größtenteils deutlich unterschritten.
Die Nettetaler verbrauchen seit 2006 spürbar weniger Trinkwasser. Die Abgabemenge sank um zehn Prozent. Das ist gut für die Umwelt, treibt aber den Preis. Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass etwa 80 Prozent der Kosten für die Wasserlieferung Festkosten sind. Sie fallen auch dann an, wenn kein Tropfen Trinkwasser abgegeben wird. Lediglich 20 Prozent der Gebühren richten sich nach der verbrauchten Trinkwassermenge. Bei sinkenden Abgabemengen und gleichbleibender Kostenbelastung steigt der Wasserpreis.
Im kommenden Jahr will das Unternehmen erneut Geld in die Trinkwasserversorgung stecken. Geplant sind der Ausbau des Wasserwerks Kaldenkirchen und des Trinkwassernetzes für den Gewerbepark Venete. Vorgesehen sind dafür rund 700 000 Euro. Gleichzeitig setzt das Unternehmen die begonnene Kampagne zum Schutz von Trinkwasser fort.
In der Umgebung der Wasserwerke haben die Stadtwerke mit der Landwirtschaftskammer Rheinland eine Kooperation zum Schutz des Trinkwassers entwickelt. Mitglieder sind Landwirte, Gartenbaubetriebe und Baumschulen. Sie haben sich verpflichtet, die Flächen so zu bewirtschaften, dass möglichst wenig Stickstoff und Pflanzenschutzmittel verwandt werden. In den Verpflichtungen gehen die Mitglieder über gültige Verordnungen hinaus.
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