Nettetal: . . . und Jungs betreuen Kinder
zuletzt aktualisiert: 24.04.2009Nettetal (RPO). Für Sebastian Hink und Lucas Kalkhof war's keine Frage: Die Freunde ergreifen am Girls' Day die Gelegenheit, um sich ihren eigenen Boys' Day zu kreieren. Im Kindergarten. Mit einer kleinen Kinderschar spielen die beiden 14-Jährigen im Garten des katholischen Kindergartens Lobberich an diesem Morgen Fußball. Scheinbar mühelos gehen sie mit den Jungen und Mädchen um. Die sind von ihren neuen Spielkameraden total begeistert.
Aber was nach Sport und Spaß aussieht, ist echte Arbeit, sagt Sebastian Hink. "Wir sehen heute, was für ein harter Beruf das ist", sagt der Gymnasiast am WJG. Lucas Kalkhof nickt. "Das ist eine gute Erfahrung."
Sie sind die ersten Jungs, die ihren Boys' Day hier verbringen. "Wir hatten schon einige Praktikanten und auch bis Januar einen Kollegen als Erzieher", sagt Leiterin Annette Gartz. Sie sagte sofort ja, als Lucas und Sebastian bei ihr in Sachen Boys' Day anfragten. "Es gibt immer mehr Jungs, die sich für den Beruf interessieren", sagt Annette Gartz. Allerdings gebe es da ein Problem: die Entlohnung. "Wenn die Bezahlung besser wäre, würden sich mehr junge Männer für den Beruf entscheiden", ist Annette Gartz überzeugt. Momentan aber sei es schwierig, mit dem Gehalt eine Familie zu ernähren. Dabei wäre es für alle gut, gäbe es mehr Männer in Kindergärten. "Wenn die Jungs kommen, sind die Kinder total begeistert", hat Erzieherin Sigrid Wulf beobachtet. "Männer sehen vieles gelassener", fügt Annette Gartz hinzu. Sebastian und Lucas haben keine Probleme, mit den Kindern in Kontakt zu kommen. "Manche sind sehr schüchtern", sagt Sebastian. "Aber wenn wir selbst offen sind, sind es die Kinder auch", fügt Lucas hinzu.
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