Nettetal: Ungebetene Untermieter
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Nettetal (RPO). Brigitte Brieden zeigt im Infozentrum der Biologischen Station eine Ausstellung über tierische Plagegeister.
Der Besucher erfährt in Bildern und Texten eine Menge über Wanzen, Mücken, Flöhe und viele andere Lästlinge.Tierische Plagegeister
Die Ausstellung Tierische Plagegeister ist noch bis zum 19. Dezember im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen zu sehen.
Das Infozentrum ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Sie beißen, stechen und saugen und sind besonders im Sommer tierische Plagegeister. Mücke, Wanze, Floh & Co. hat die Biologische Station Krickenbecker Seen eine Ausstellung gewidmet. Auf Stellwänden hat Brigitte Brieden alles zusammengetragen, was Zartbesaitete erschauern lässt. Mückent, Wespen, Schaben und Läuse geben sich in Bildern und Texten ein bestechendes Stelldichein.
Der Besucher erfährt beispielsweise, dass die Bettwanze keineswegs ausgerottet, sondern gerade wieder auf dem Vormarsch ist, und die Flöhe die eigentlichen Auslöser der verheerenden Pestwellen des Mittelalters waren. "In ihren kleinen Körpern haben sich die Erreger massenhaft vermehrt und sie haben sie mit ihren Stichen an Ratten und Menschen weiter gegeben", berichtet Brigitte Brieden.
Die Pest gibt es noch
Durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen verbreitete sich die Krankheit auch von Mensch zu Mensch und kostete in Europa innerhalb von drei bis fünf Jahren rund 25 Millionen Menschen das Leben. Bis heute tragen verschiedene Nagetiere den Bazillus in sich und vereinzelt sterben immer noch Menschen an der Pest, die allerdings mit Antibiotika inzwischen heilbar ist.
Ein Hort für Viren aller Art sind auch Schaben, die sich mit Vorliebe in Großküchen herumtreiben. Die wieselflinken Tierchen mit den verkümmerten Flügeln treten meist in Massen auf und können Tuberkulose, Thyphus oder die Ruhr übertragen.
Eher harmlos ist dagegen die gemeine und die deutsche Wespe. Sie ist in den Sommermonaten zwar lästig, weil sie sich auf alles stürzt, was gut riecht, doch für die meisten Menschen sind ihre Stiche schmerzhaft aber ungefährlich. "Nur wer allergisch reagiert, sollte schnell einen Arzt aufsuchen", empfiehlt Brigitte Brieden. Sie warnt mehr vor Mücken und Zecken. Die Blutsauger haben sich stark vermehrt und Strategien entwickelt, um auch kalte Winter unbeschadet zu überstehen.
"Zecken fallen entgegen der landläufigen Meinung nicht von den Bäumen. Sie lauern im hohen Gras und in Sträuchern und Hecken auf Säugetiere, die vorbeikommen und sie mitnehmen", berichtet die Biologin. Sie rät daher, beim Wandern auf den Wegen zu bleiben. Denn einmal festgebissen, können Zecken Gehirnhautentzündung und Borreliose übertragen.
Doch trotz aller Unannehmlichkeiten, die tierische Plagegeister mit sich bringen, warnt Brigitte Brieden davor, generell mit der chemischen Keule auf alles loszugehen, was kreucht und fleucht. "Die wahren Lästlinge hat der Mensch bisher noch nie ausrotten können. Er trifft meistens die Falschen. Manche Tierchen müssen bekämpft werden, doch das macht am besten der Fachmann." Mit den meisten Blutsaugern müssen wir einfach leben. FRAGE DES TAGES
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