Nettetal: Unnütz Porzellan zerschlagen
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.09.2010Nettetal (RPO). Das Verhältnis zwischen der Stadt Nettetal und der Kreisverwaltung Viersen ist eisig. Der ehrgeizige Bürgermeister Wagner rüttelt an den Grundfesten des kommunalen Familienfriedens. Er will auf Kosten der Kreisverwaltung ein eigenes Jugendamt einrichten. Als sei das nicht genug Ärger, ließ er sich auf einen offenen Streit mit dem Kreis um die Fortführung der Arge ein. Wagner und sein Sozialdezernent Armin Schönfelder sind beseelt von der Überzeugung, sie hätten die besseren Argumente. Die Überzeugung haben und erfolgreiche Überzeugungsarbeit leisten, sind zweierlei. Die Fronten verhärteten sich, und viel zu spät erkannte Nettetals Verwaltungsführung, dass sie in ihrem missionarischen Eifer auf diplomatischem Parkett ausgerutscht ist: Aufgabenträger ist der Kreis, die Stadt Nettetal ist nur eine von neun Gemeinden.
Die Städte Willich und Viersen sind zu egomanisch, um verlässliche Verbündete zu sein. Und die Politik übt zwar berechtigte Kritik an der inhaltlichen und zeitlichen Informationsarbeit der Kreisverwaltung. Aber die Neigung zu optieren, ist im Kreistag gering. Wagner und Schönfelder hätten das berücksichtigen und wissen müssen, ehe sie so viel Porzellan zerschlugen.
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