Nettetal: Unwetter über Nettetal
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.06.2009Nettetal (RPO). Der Gewitterregen am vergangenen Samstag ließ innerhalb kürzester Zeit Keller mit Wasser volllaufen. Ein Schwerpunkt der Überschwemmungen waren die Busch- und die Kreuzmönchstraße in Kaldenkirchen.
Das schwere Unwetter hat am Samstagnachmittag auch in Teilen von Nettetal erhebliche Schäden angerichtet. Der Blitz löste die Brandmeldeanlage der Firma Rodi Petfood am Dellerweg in Leuth aus, falscher Alarm kam von der Jugendherberge in Hinsbeck, und das anspringende Dieselaggregat eines Pumpwerks an Schönkes Krüz in Hinsbeck qualmte so, dass vorsichtshalber die Feuerwehr gerufen wurde.
Viel schlimmer erging es vielen Bürgern, deren Keller voll Wasser liefen. Privatleute berichteten, sie hätten in einer halben Stunde zwischen 40 und 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. "Wir haben das Wasser direkt aus den Kanälen auf Freiflächen gepumpt, weil es sinnlos gewesen wäre, einzelne Keller auszupumpen", berichtete Kaldenkirchens Löschzugführer Hans Moors gestern. Die Buschstraße war zeitweilig vollkommen abgeriegelt, auch an der Kreuzmönchstraße liefen reihenweise Hauskeller mit Wasser voll. Das Technische Hilfswerk eilte der Wehr in Kaldenkirchen mit Fahrzeugen und Pumpen zur Seite. Die Wassermengen waren so groß, dass an einigen Stellen in der Stadt auch die Rückhaltebecken überliefen.
Nicht erreichbar
Gerätehaus Die feuerwehr in Kaldenkirchen weist darauf hin, dass ihr Gerätehaus wegen der Umbauarbeiten zurzeit telefonisch nicht erreichbar ist. Die im Telefonbuch ausgewiesene Nummer ist vorerst außer Betrieb.
Notruf Die Wehr bittet darum, in Notfällen die Feuerwehr-Leitstelle unter 0112 anzurufen.
170 Notrufe bei der Leitstelle
Feuerwehr und Polizei waren am Samstag im Dauereinsatz. Notrufe gingen nach Angaben der Leitstelle in Viersen im Sekundentakt ein. Zwischen 16 und 17.35 Uhr gingen in der Viersener Einsatzleitstelle über 170 Notrufe ein. Der Schwerpunkt der Einsätze lag in Viersen und Nettetal. Auf der Düsseldorfer Straße in Lobberich und auf dem Willy-Brandt-Ring in Viersen stürzte jeweils ein Baum auf die Fahrbahnen. Der Wasserdruck hob an vielen Stellen die Gullydeckel aus ihrer Verankerung. Die Kanalisation konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen. Gegen 18 Uhr beruhigte sich die Lage für die Polizei. Dagegen arbeiteten Feuerwehrkräfte im Raum Viersen bis tief in die Nacht. Sie blieb für viele Bürger, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren, ebenfalls schlaflos blieb.
In Nettetal rückten alle Löschzüge aus. Im Gerätehaus Lobberich wurden die der Kreisleitstelle gemeldeten Einsätze koordiniert. Im einzelnen registrierte die Feuerwehr 49 Wassereinsätze. Drei Wehrleute eilten außerdem zwischendurch vom Gerätehaus zum Doerkesplatz in Lobberich. Sie leisteten einem Autofahrer Erste Hilfe, dem schlecht geworden war.
Besonders schlimm erging es auch Nettetals Nachbarstadt Venlo. Die Innenstadt stand komplett unter Wasser, der Verkehr brach zusammen. Das regelrecht geflutete Venloer Krankenhaus musste zeitweilig Patienten abweisen und auf andere Häuser in der Region verteilen. Die Notfallaufnahme war nicht erreichbar, aus Sicherheitsgründen wurden Lifte abgeschaltet und gesperrt. Es wurde sogar erwogen, die neun Patienten der Intensivpflege in eine andere Abteilung zu bringen. Dies war aber nicht erforderlich. Gegen 20.30 Uhr wurde der Ausnahmezustand aufgehoben.
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