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Nettetal: Verbund statt Gesamtschule

VON FRANK SCHLIFFKE - zuletzt aktualisiert: 10.06.2009

Nettetal (RPO). Die Nettetaler Politik wird im Schulentwicklungsplan bis 2016 keinen Platz für die zweite Gesamtschule schaffen. Langfristig möchte Bürgermeister Wagner einen Verbund aus Haupt- und Realschule installieren.

Symbolträchtiges Wandbild an der Gesamtschule Breyell: Manche müssen gehen.   Foto: RPO
Symbolträchtiges Wandbild an der Gesamtschule Breyell: Manche müssen gehen. Foto: RPO

Mehr als zwei Stunden dauerte die Diskussion im Kaldenkirchener Bürgerhaus. Am Ende wussten die Mitstreiter der "Elterninitiative für mehr Gesamtschulplätze", was ihnen schon vorher klar war: Die politischen Mehrheiten in der Seenstadt sind gegen den Ausbau des Angebots. Das gilt, obwohl auch künftig Jahr für Jahr mehr als 100 Anmeldewünsche unberücksichtigt bleiben müssen.

Martina Derpmanns, Sprecherin der Eltern, erinnerte an den durch die Anmeldungen und eine Liste mit mehr als 1200 Unterschriften dokumentierten Elternwillen. Bürgermeister Christian Wagner (CDU) hielt dem entgegen, dass die Mehrheit der Nettetaler Eltern das dreigliedrige Schulsystem wolle. Das zeigten die Anmeldungen an Haupt- und Realschulen und dem Werner-Jaeger-Gymnasium. Eine Erweiterung der bestehenden Gesamtschule oder eine neue, zweite Gesamtschule gefährdeten dieses System in seinem Bestand gefährden. Wagner: "Die Schulen brauchen Ruhe, um ihre hervorragende Arbeit fortsetzen zu können."

Info

Verbundschule

Schulform Bei einer Verbundschule werden mehrere Schulformen der Klassen 5 bis 10 unter einem Dach vereint.

Gemeinsam Es gibt eine Schulleitung und ein Lehrerkollegium. Der Unterricht kann in gemeinsamen Lerngruppen erteilt werden. Ab der Klasse 7 muss aber der Unterricht nach den Lehrplänen der einzelnen Schulformen überwiegen.

Elternwille allein zählt nicht

Neben Wagner hatte die Elterniniative die Bürgermeister-Kandidaten der anderen Parteien ins Bürgerhaus eingeladen. Johannes Peters (FDP) sagte, der Elternwille allein dürfe nicht den Ausschlag geben. Vielmehr müssten die vorhandenen Gebäude, die sinkenden Schülerzahlen und Zukunftssicherheit des Schulangebotes berücksichtigt werden. Das sei im Entwurf des Schulentwicklungsplans 2016 der Fall, der am Dienstag, 16. Juni, im Schulausschuss diskutiert wird. Die Sitzung ab 18.30 Uhr im Rathaus ist öffentlich.

Den Gegenpol zu den beiden bürgerlichen Kandidaten setzten Christian Schürmann (SPD) und Guido Gahlings (Grüne). Schürmann sagte, mehr Gesamtschulplätze erhöhten die Chancengleichheit. Für ihn sei eine zweite Gesamtschule, die eine Haupt- und die Realschule überflüssig mache, ebenso denkbar wie eine Erweiterung der bestehenden Schule. Gahlings politische Haltung ist grundsätzlicher, er plädierte für die Abschaffung des dreigliedrigen Systems. Gemeinsamer Unterricht für alle sei besser für die Gemeinschaft und für die einzelnen Kinder. Er sei "ohne Wenn und Aber" für eine zweite Gesamtschule.

In der von RP-Redakteur Ludger Peters moderierten Debatte gab Bürgermeister Christian Wagner auch einen Ausblick auf die Entwicklung der Schullandschaft. Bis zum Jahr 2016 sei der Bestand aller Schulen gesichert, "auch aller Grundschulen". Für die Zeit danach könne angesichts der zurückgehenden Anmeldezahlen eine Verbundschule aus Haupt- und Realschule im Schulzentrum gebildet werden. Er stehe für "individuelle Förderung und eine nachhaltige Schulpolitik mit bestmöglicher Unterstützung". KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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