Nettetal: Vorbild Iserlohner Modell
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.06.2009Nettetal (RPO). Schüler und Eltern sollen einen Vertrag mit der Schule und der Stadt schließen. Wer ihn erfüllt und den Schulabschluss schafft, hat eine Ausbildungsplatzgarantie. Die Hauptschulen erhalten den geregelten Ganztag.
Bausteine
BaseL Das baseL-Projekt der Gesamtschule soll euregional und damit schulübergreifend ausgebaut werden. Im Mittelpunkt steht die Ausbildungsorientierung.
ZdI Das Zentrum Zukunft durch Innovation will die Gesamtschule in ihrer Oberstufe umsetzen, die Stadt will es im Sekundarschulverbund verwirklichen. Im Mittelpunkt steht der technisch-naturwissenschaftliche Bereich.
Das von der CDU vorgeschlagene "Bündnis für Schule" in Nettetal ist offen für alle, die in irgendeiner Form mit Schule zu tun haben. Eine der Aufgaben wird es sein, das so genannte Iserlohner Modell einzuführen. Darin schließen Eltern, Schüler, Schule und eventuell die Stadt einen Vertrag, der nach erfolgreichem Schulabschluss einen Ausbildungsplatz garantiert. Wirtschaftsunternehmen und ihre Verbände gehören mit zu dem Paket, das geschnürt werden muss, erklärte Bürgermeister Christian Wagner im Nachgang zur Sitzung des Schulausschusses.
Potenzielle Partner im Bündnis für Schule seien das Land über die Schulaufsicht, das Jugendamt, Wirtschaftsverbände und Hochschulen. Die CDU will die Zerschlagung der mehrgliedrigen Schullandschaft in der Stadt verhindern. Sie setzt auf den geregelten Ganztagsbetrieb an den Hauptschulen. Wagner unterstrich, dass das keine in den Nachmittag reichende Betreuungsangebote sein werden. Vielmehr solle der Unterricht, flankiert von fördernden Elementen, qualifiziert fortgesetzt werden.
"Das Bündnis für Schulen ist ein ehrgeiziges Programm. Wir wollen auch die Schulkonferenzen und die Pflegschaften einbinden", betonte Wagner. Ins Bündnis holen will die Stadt außerdem Institutionen wie den Schulpsychologischen Dienst, die Agentur für Arbeit, das Netzwerk Wirtschaft, Handwerkerschaft und IHK. Die CDU setzt auf eine parteiübergeifende Initiative. "Zwar gibt es deutliche Meinungsunterschiede darüber, wie die Schullandschaft gestaltet werden sollte. Aber wir haben den Eindruck, dass weder SPD noch Grüne sich einer Zusammenarbeit verweigern werden. Es gab in der Sitzung des Schulausschusses einige Übereinstimmungen", erklärte CDU-Parteivorsitzender Jürgen Boyxen.
Wagner hofft, dass die Stadt auch offiziell und nicht nur geduldet, einen freiwillig organisierten Verbund von weiterführenden Schulen bilden kann. Unabhängig davon sollen die Hauptschulen "Ausbildungs-Qualifizierungsschulen" (AQS) werden. Nettetal möchte darin das "Iserlohner Modell" aufnehmen. Den Schülern winkt eine Ausbildungsplatzgarantie, wenn sie den Unterricht wahrnehmen, alle darüber hinausgehenden Angebote inklusive Praktika und Fördermaßnahmen annehmen und angemessenes Sozialverhalten an den Tag legen (keine Gewalt, keine Drogen).
Das Ganztagsangebot soll auch an der Realschule ausgedehnt werden. "Wir wollen die individuelle Förderung der Schüler verbessern und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern", unterstreicht CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Werner. FRAGE DES TAGES
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