Kreis Viersen: VRR wusste lange nichts
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2009Kreis Viersen (RPO). Der Verkehrsverbund wurde vom Ausfall der Eurobahn beim Fahrplanwechsel überrascht. DasEisenbahnbundesamt hatte den Flirt-Hersteller früh auf Änderungen hingewiesen. Ein Ersatzkonzept muss her.
ICE fährt aber
Änderung Eine Änderung, die den Niederrhein wieder näher an die Fernstrecken bringt, gilt ab Sonntag auf jeden Fall: Künftig fährt ein ICE ab Gladbach nach Berlin und zurück.
Probleme Mit fehlenden Zulassungen des Eisenbahnbundesamtes kämpfen auch andere Hersteller-Unternehmen mit anderen Baumustern als Flirt (der in Berchtesgaden auch auf dem Abstellgleis steht). Probleme gibt es auch an der Mosel und in Leipzig.
"Zug um Zug mehr Qualität" verspricht der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) seinen Kunden. Der Fahrplanwechsel von Samstag auf Sonntag sollte auf der Strecke des RE 13 ein Quantensprung für die Kunden werden. Anstelle der DB Regio mit ihren alten Wagen wollte die Eurobahn mit dem modernen Triebwagen des Typs Flirt fahren. Doch hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) alle Träume erst einmal ausgebremst. Neue Züge des Typs Flirt erhalten zunächst keine Zulassung.
Das EBA hat dem Hersteller nach eigenen Angaben bereits 2006 anstehende Veränderungen von Normen mitgeteilt. Die ausstehenden Unterlagen beträfen sicherheitsrelevante Bauteile wie beispielsweise Radsätze und Bremsen. Notwendige Versuchsfahrten seien auch nicht abgeschlossen. Das EBA habe den Hersteller darüber hinaus im März 2009 auf geänderte Anforderungen für einzelne Bauteile hingewiesen. Auch für diese Komponenten seien die Dokumente unvollständig. Für die Verzögerungen sei die Behörde nicht verantwortlich.
Notbremse der Eurobahn
Die Eurobahn kannte die Probleme des Herstellers, der aber der Geschäftsführung versicherte, die fehlende Zulassung bis zum Fahrplanwechsel zu erhalten. Am Mittwoch zog Eurobahn-Chef Hans Leister die Notbremse. Er musste seinem VRR mitteilen, dass der Flirt nicht einsatzbereit ist. Das trifft die Linien RE 3 (Dortmund-Düsseldorf) und RE 13 (Hamm-Venlo).
Bis dahin ahnte der Verkehrsverbund nichts. Dies berichtete gestern eine Sprecherin in Gelsenkirchen. Gerüchteweise war zwar von Schwierigkeiten mit dem EBA die Rede. "Aber wir hätten gerne früher offiziell davon etwas gewusst", erklärte sie. "Wir sind natürlich schwer enttäuscht, und für die Fahrgäste ist das kein gutes Zeichen." Jetzt gehe es darum, "ein Ersatzkonzept auf die Schiene zu bringen" und Zugausfälle möglichst zu vermeiden. So wird, soweit es ihr möglich ist, die DB einspringen und mit ihren verfügbaren Zügen. Die bereits vor der Normänderung zugelassenen Flirt der Eurobahn werden ebenfalls fahren.
Der VRR hat einen Vertrag mit der Eurobahn, die über eine Ausschreibung den Zuschlag vor der DB Regio erhalten hatte. Er wird, dies kündigte er gestern in einer Sitzung gegenüber Vertretern der Kommunen an, Schadensersatzansprüche gegen die Eurobahn prüfen. Die wiederum hat für heute zu einer Pressekonferenz nach Düsseldorf eingeladen, um das Ersatzkonzept für die Strecken zu erläutern.
Am Sonntag, 13. Dezember, fährt die Eurobahn mit vier zugelassenen neuen Fahrzeugen alle planmäßigen Züge der Linie RE 3. Die DB bedient ab Sonntag die Linie RE 13 zwischen Mönchengladbach und Venlo planmäßig, die Züge zwischen Hamm und Mönchengladbach fallen aus. FRAGE DES TAGES
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