Kommentar: Wagner ist auf dem richtigen Weg
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Kommentar (RPO). Der Satz von Altkanzler Helmut Schmidt, es solle zum Arzt gehen, wer Visionen habe, wird über Gebühr strapaziert. Wer keine Visionen hat, hat die Zukunft hinter sich. Christian Wagner will die Zukunft der Stadt keinen Zufälligkeiten überlassen, sondern mit dem Rat und unterstützt von den Bürgern den Weg suchen, den Nettetal in den kommenden Jahren gehen muss. Konjunkturelle Schwankungen werden zunehmen, die Bevölkerung wandelt sich. Wagner geht der Frage nach, wo Nettetal heute steht. Er ist im Kreis Viersen erkennbar der einzige führende Kopf, der sich nicht permanent mit Ängsten um die Zukunft herumplagen, sondern das Schicksal seiner Kommune fest in die Hände nehmen will. Dazu muss Nettetal eigene Stärken neu definieren, die Stadt darf ihre wichtigsten Schätze – die Menschen und die Natur – nicht zur verbrauchbaren Ressource deklarieren. Geschickt nutzt Wagner die Dynamik der Nachbarregion Venlo, wo in den kommenden Jahren tausende neuer Arbeitsplätze entstehen. Eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur, beherztes Herangehen an neue Ideen – Floriade, Agrobusiness, Greenport – versprechen Nettetal einen Überschwappeffekt. Weil weite Teile im Kreis Viersen dies entweder nicht begreifen oder sich sogar dagegen sträuben, hat sich Nettetal seinerzeit in Straelen einen Partner gesucht, der diese enorme Dynamik rechtzeitig erkannt hat. Vor dieser Kulisse macht der Leitbild-Prozess 2015+ Sinn und bleibt keine so hohle Attrappe wie manch andere Leitbilddiskussion in jüngerer Vergangenheit.
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