Nettetal: Warten auf die Grippewelle
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 14.01.2009Nettetal (RPO). Die Warnungen vor der Ausbreitung der Influenza – der echten, gefährlichen Grippe – reißen nicht ab. Die Nettetaler Arztpraxen sind derzeit voll mit schwer Erkälteten. Ärzte und Apotheker raten Risikopatienten zur Impfung.
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Kommt die Grippewelle oder kommt sie nicht? Fachleute schlagen derzeit Alarm. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut erkranken immer mehr Menschen an Influenza – der echten Grippe. In den vergangenen zwei Wochen sei die Zahl der gemeldeten Grippefälle in Deutschland stark angestiegen sein. Besonders betroffen sei auch Nordrhein-Westfalen.
"Wir müssen abwarten"
Bis an die westliche Grenze des Landes, nach Nettetal, hat es das Virus aber offensichtlich bislang nicht geschafft. "Eine richtige Grippe habe ich in meiner Praxis noch nicht gehabt", schüttelt Dr. Dirk Bömer den Kopf. Der Lobbericher Allgemeinmediziner behandelt derzeit viele Patienten, die von grippalen Infekten oder von Magen-Darm-Erkrankungen geplagt sind. Das sei saisonbedingt und damit nichts besonderes. Ähnlich geht es in den übrigen Nettetaler Hausarztpraxen zu. Entwarnung kann Dr. Bömer aber dennoch nicht geben. "Die Influenza soll kommen", sagt er. "Wir müssen einfach abwarten."
Besorgt zeigt sich auch sein Kaldenkirchener Kollege Andreas Schäffer. "Der Grenzbereich zur Influenza ist bei sehr vielen Menschen erreicht", hat der Allgemeinmediziner beobachtet. "Im Vergleich zu anderen Jahren gab es bereits einige Fälle." Von einer Grippewelle könne jedoch bisher nicht gesprochen werden. "Wenn die Influenza da ist, sind nur noch Hausbesuche möglich", sagt Schäffer.
Die echte Grippe ist hoch ansteckend und sie ist nur schwierig von einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Darauf macht Apotheker Arndt Schulte von der Glocken-Apotheke in Hinsbeck aufmerksam. Weil der Krankheitsverlauf schwerwiegend ist und die Influenza – wie Dr. Joachim Kresken, Sprecher der Apotheker im Kreis Viersen betont – sogar tödlich enden kann, sei sie gerade für immungeschwächte und ältere Menschen sowie für Kinder sehr gefährlich. Auch er sieht die Gefahr, dass eine Grippewelle erst noch kommt. "Wir hatten in den vergangenen Tagen niedrige Temperaturen und einen wolkenfreien Himmel", so der Apotheker. Ein solches Wetter begünstige die Ausbreitung der Erreger, die kälteresistent seien und große Distanzen überbrücken können.
"Ich hoffe, dass viele Menschen geimpft sind", sagt Apotheker Schulte. Impfen sei jetzt noch möglich und speziell für besonders gefährdete Menschen empfehlenswert. "Es dauert aber eine gewisse Zeit, bis der Impfschutz vorhanden ist", so Arndt Schulte. Wer sich dafür entscheidet, müsse absolut gesund sein, sagt Apothekersprecher Dr. Joachim Kresken. "Impfstoff ist noch vorhanden."
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