Nettetal: Weg frei für die Innenstadt
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Nettetal (RPO). Die Lobbericher CDU ist überzeugt, dass die Pläne für das Höltergelände richtig sind. Einzelhandels-Geschäftsführer Smolibowski erwartet mehr Vorteile als Risiken. Fachmärkte werden nach seiner Ansicht mehr Leben bringen
Die Lobbericher CDU will die Entwicklung der südlichen Innenstadt mit einem großen Geschäftszentrum wie geplant vorantreiben. Mit ausschlaggebend dafür dürfte sein, dass der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Krefeld/Kreis Viersen, Smolibowski, mehr positive Effekte als Risiken für den Einzelhandel sieht.
„Ich bin zwar nicht für die großen Einkaufszentren“, sagte er in einer Parteiveranstaltung im Jägerhof. Aber die Planung der Stadt sei überzeugend und werde der Innenstadt neue Impulse bringen. Die gingen aber nicht vom Kaufland-Supermarkt aus. Vielmehr werde der zusätzlich geplante Fachhandel Wirkung zeigen. Der Elektro-/Elektronikmarkt neben dem Kaufland-Komplex werde jene Kunden nach Lobberich bringen, „die sich mehr Zeit nehmen und in die Innenstadt gehen werden. Da kann man sich wunderbar positionieren“, fügte er mit Blick auf den Einzelhandel hinzu. Gleichzeitig trat er die Euphoriebremse: „Das heißt nicht, dass es lustig werden wird.“ Zuvor hatte er erläutert, dass 40 bis 70 Prozent des von Inhabern geführten Einzelhandels allgemein in den nächsten Jahren verschwinden werden.
Zeit und Politik
Zeitplan Noch im Sommer sollen im Rat die entscheidenden Beschlüsse gefasst werden. Die Stadt rechnet damit, dass das Gelände zwischen 2009 und 2010 freigeräumt sein wird.
Politik Auf dem Tisch liegt noch ein Antrag der FDP-Fraktion, die vor allem den Lebensmittel-Supermarkt (Kaufland) erheblich verkleinern will. In der CDU dürfte seit Mittwoch eine klare Linie uneingeschränkt für die Planung gefunden worden sein.
Smolibowski warnte jedoch davor, den Kopf in den Sand zu stecken und zu glauben, das Leben gehe ohne die Entwicklung der Innenstadt weiter. „Andere Regionen rüsten auch auf. Unternehmen Sie nichts, dann rollt in 15 Jahren die Steppe durch Lobberich.“
Die Gefahr des Scheiterns beschwor CDU-Ortsvorsitzender Harald Post: „Hölter wird auf jeden Fall dicht machen.“ Werde die Fläche nicht erfolgreich überplant, bleibe eine Industriebrache zurück. „Das wäre eine Katastrophe für Lobberich und für ganz Nettetal“. Der örtliche Einzelhandel hat seinen Frieden mit den Plänen geschlossen, glaubt man Norbert Backes (Werbering). Der Bedarf verschiedener Branchen in der Innenstadt sei unstrittig, die ins Visier genommenen Fachmärkte seien laut Gutachten verträglich. „Wer jetzt, so wie die Dinge liegen, dagegen ist, ist nicht bei Trost“ – eine deutliche Anspielung auf den Antrag des FDP-Fraktionschefs, die Pläne abzuspecken.
Der VVV-Vorsitzende Christian Weisbrich MdL unterstrich: „Der Bereich zwischen der von-Bocholtz-Straße und der Johannes-Cleven-Straße ist ein Dreckloch.“ Mit Blick auf die Kreisstadt meinte Weisbrich: „Viersen leckt sich die Finger nach einer solchen Chance, die Stadt hat die Chance nicht, weil ihr diese Fläche fehlt.“ Der Widerstand an der Breyeller Straße, vornehmlich geäußert durch die Metzgerei Kempkes und Bäckerei Göbbels relativierte Weisbrich: „Die leben nicht von den Längsparkplätzen vor ihren Geschäften, sondern von der herausragenden Qualität ihrer Produkte. Darum kommen ihre Kunden.“ Harald Post fasste als Ergebnis des Abends zusammen: „Die CDU Lobberich will das.“
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