Nettetal: Weisbrich will Kuckart ablösen
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2008Nettetal (RPO). Der Nettetaler Landtagsabgeordnete Christian Weisbrich tritt heute als Gegenkandidat von Leonhard Kuckart an, um diesen an der Spitze der Senioren-Union in NRW abzulösen. Er hat gute Chancen, das Ergebnis ist aber offen.
Die Senioren-Union
Landesverband der nordrhein-westfälische Landesverband ist bundesweit der größte.
Organisation Der Landesverband NRW hat neun Bezirksverbände und 54 Kreisverbände.
Mitglieder Um Mitglied der Senioren-Union zu werden, muss man 60 Jahre oder älter sein. Derzeit hat der NRW-Landesverband rund 30 000 Mitglieder.
Christian Weisbrich gibt sich gelassen. Würde er keine Chance sehen, Leonhard Kuckart an der Spitze der Senioren-Union in NRW abzulösen, dann hätte er gar nicht erst kandidiert, sagt der Nettetaler Landtagsabgeordnete. Das, was ihn heute Vormittag in einem Düsseldorfer Hotel bei der Landesdelegiertentagung erwartet, hat der Politprofi Weisbrich schon oft erlebt. „Ich habe ein paar Minuten Zeit, die Delegierten von mir zu überzeugen“, sagt Weisbrich. Ähnliches sei ihm schon gelungen, als er in den Landesvorstand der CDU gewählt wurde.
Berüchtigte Alleingänge
Gleichwohl weiß er, dass es eine enge Entscheidung wird. Sein Kontrahent ist Leonhard Kuckart, Spitzname „Kucki“, 76 Jahre, aus Schwelm im Ennepe-Ruhr-Kreis, seit sechs Jahren Chef der Senioren-Union in NRW. Wurde er vor zwei Jahren noch mit fast 90 Prozent im Amt bestätigt, ist es ein offenes Geheimnis, dass Kuckart wegen seiner berüchtigten Alleingänge inzwischen vielen in der Senioren-Union ein Dorn im Auge ist. Für Aufsehen sorgte er jüngst, als er sich mit dem jungen Bundestagsabgeordneten Jens Spahn anlegte, weil dieser die Rentenerhöhung auf ihre Finanzierung prüfen wollte. Am Ende drohte Kuckart damit, dass Mitglieder der Senioren-Union Spahn die Erststimme bei der Bundestagswahl verweigern würden.
Weisbrichs Kandidatur gegen Kuckart wurde vor allem vom Bezirksverband Mittelrhein vorangetrieben. „Herr Weisbrich hat sich bei uns vorgestellt und einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, sagt die Vorsitzende der Senioren-Union Leverkusen, Brigitte Hupperth-Fastenrath. „Er ist im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, Herr Kuckart geht dagegen auf die 80 zu.“
Mit dem Verband Mittelrhein hat Weisbrich auch die Mitglieder der Großstadt Köln im Rücken. Auch am Niederrhein hat Weisbrich nicht zuletzt wegen seiner Herkunft viele Fürsprecher. „Wir wählen ihn auf jeden Fall“, sagt die Kreisvorsitzende Wesel, Ulrike Giesen-Simon.
Für den 66-jährigen Weisbrich spricht unter anderem seine gute Beziehung zu Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Weisbrich ist seit 13 Jahren im Landtag, sitzt im Landesvorstand und ist innerhalb der Fraktion der Verbindungsmann zur Senioren-Union. „Was kann einer Vereinigung besser zu Gesicht stehen, als solch ein Vorsitzender“, fragt Gert Schmitz, Vorsitzender der Senioren-Union im Kreis Viersen, der auch Weisbrich angehört. Nicht nur er hofft, dass der Nettetaler heute das Rennen macht. „Er hat gute Chancen, aber das Ergebnis ist völlig offen“, schätzt Schmitz. Schließlich scharrt auch Kuckart seine Anhänger um sich.
Erst Tagesordnungspunkt 15
Für Weisbrich geht es darum, unentschlossene Delegierte wie Klaus Egbers, Vorsitzender der Düsseldorfer Senioren-Union, von sich zu überzeugen. „Ich weiß noch nicht, warum Kuckart abgewählt werden soll“, sagt Egbers. Weisbrich will seine Worte spontan wählen, aus dem Bauch heraus. Allerdings muss er auch Geduld haben. Die Wahl des Landesvorsitzenden ist erst Tagesordnungspunkt 15. KOMMENTAR
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