Nettetal: Weniger Freunde im Kreis
zuletzt aktualisiert: 06.12.2010Nettetal (RPO). Das Jugendamt des Kreises Viersen deckt zurzeit die Städte Nettetal und Tönisvorst sowie die Gemeinden Schwalmtal, Brüggen, Niederkrüchten und Gref-rath ab. Schert Nettetal aus, wird das Rumpf-Jugendamt des Kreises erheblich geschwächt.
In den anderen Städten und Gemeinden wächst die Sorge, ob die heutigen Leistungen künftig im vollen Umfang noch möglich sein werden. Nicht möglich ist es aus rechtlichen Gründen, dass beispielsweise die Südwest-Gemeinden Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten ein gemeinschaftliches Jugendamt gründen.
Erwartet wird, dass in Tönisvorst die Neigung, ebenfalls auszusteigen, zunehmen wird, sobald in Nettetal der Beschluss für das eigene Jugendamt gefasst ist. Gref-rath säße in jedem Fall isoliert zwischen Städten mit eigenen Jugendämtern: Neben Nettetal sind das Viersen und Kempen, auch Willich hat ein eigenes Jugendamt. Nettetal gilt im Kreis und den Gemeinden inzwischen als wenig planvoller Unruhestifter: Bürgermeister Wagner und Erster beigeordnete Armin Schönfelder drängten vehement darauf, bei der Neuregelung der Arge die Arbeitsagentur auszubooten und kein Jobcenter mit der Agentur zu bilden.
Dabei gingen sie nach Auffassung vieler Beobachter weit über die Kompetenzen einer kreisangehörigen Stadt hinaus.
Kostenspirale
Finanzen Die Kostenspirale führt immer steiler nach oben: 1996 zahlte Nettetal noch 3,92 Mio. Euro als Jugendamtsumlage an den Kreis. 2000 waren es 4,34 Mio. Euro, 2005 wurden 6,42 Mio. Euro überwiesen, 2006 6,92 Mio. Danach sank die Umlage leicht. In diesem Jahr kletterte der Betrag auf über 8 Mio. Euro.
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