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Nettetal: Wenn Wasser grüne Balken hat

VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.09.2010

Nettetal (RPO). Zeichen für sauberes WasserEine Pflanze, die nicht in die niederrheinische Natur gehört, breitet sich im Netz der Nette immer weiter aus. Sie nervt Wassersportler, die nicht mehr hinaus auf den Wittsee können. Der Netteverband mäht die Pflanze ab.

Verpestetes Wasser: Den Booten der Wassersportler haben die grünen Pflanzen Fesseln angelegt. Der Verein fürchtet um seine Nachwuchsarbeit, wenn das Training ausfallen muss.   Foto: RPO
Verpestetes Wasser: Den Booten der Wassersportler haben die grünen Pflanzen Fesseln angelegt. Der Verein fürchtet um seine Nachwuchsarbeit, wenn das Training ausfallen muss. Foto: RPO

Das Wasser von Wittsee, Nette, Schrolik und Poelvenn war auch in diesem Sommer wieder von einer grünen Schicht überzogen. Es ist unverkennbar: Elodea nuttalii oder die Wasserpest, eine klassische Aquariumspflanze, die aber auch in Gartencentern für den privaten Gartenteich angeboten wird, hat sich hier ausgebreitet. Für die explosionsartige Vermehrung hat möglicherweise ausgereicht, dass ein einzelner Mensch überschüssiges Grün aus seinem Gartenteich in den Wittsee gekippt hat. Denn vom diesem See aus hat sich die Wasserpest flussabwärts ausgebreitet.

Naturschützer verfolgen einigermaßen gefasst, was der pflanzliche Fremdling, der nicht in unseren Breiten beheimatet ist, im Wasser so treibt. Sorgen bereitet die Wasserpest dagegen dem Netteverband. Er muss den Abfluss der Nette sicherstellen. Angler bangen um Freiräume für Fische. Besonders hart trifft die an sich harmlose Pflanze die Wassersportler am Wittsee. Ihren Segelbooten und Kanus hat die Wasserpest unliebsame Fesseln angelegt.

Info

Die Wasserpest

Die Pflanzen stammen ursprünglich aus Nord- und Südamerika. Sie ist in Europa heimisch geworden, nachdem Aquariumbesitzer sie in natürlichen Gewässern ausgesetzt haben.

Im Boden verwurzelt, kann die Wasserpest bis zu drei Meter lange Äste ausbilden und unter Wasser zu einem Wald heranwachsen. Sie siedelt sich besonders in nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern an.

Übungsflächen freigeschnitten

Der WSV fürchtet vor allem um seine Nachwuchsarbeit. Gerade in den Sommerferien fielen Ausbildungsmöglichkeiten und Training durch den enormen Bewuchs aus. In einem "Krisengipfel" unlängst mit Bürgermeister Christian Wagner und dem Geschäftsführer des Netteverbandes, Volker Dietl, zeigte sich der Vorstand des Vereins immerhin damit zufrieden, dass der Verband Übungsflächen in der Bucht des WSV frei geschnitten hat, so gut er konnte.

"Wir werden wohl noch einige Jahre damit leben müssen, dass die Wasserpest sich in den warmen Monaten ausbreitet", erklärt der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV), Willi Wittmann. Auch er hatte sich auf Bitten der Wassersportler um eine Lösung bemüht. "Das Thema steht auf der Agenda, wenn der SSV mit dem Ersten Beigeordneten Armin Schönfelder im September das Sportstättenförderungsprogramm berät", so Wittmann. Mit dem WSV sei der Stadtsportverband der Auffassung, dass der Wittsee als Sportstätte für Wassersportler erhalten werden müsse. "Ich hoffe, dass die Beteiligten und vor allem die Experten Lösungsvorschläge unterbreiten, wie in den kommenden Jahren die Wasserpest so zurückgehalten werden kann, dass auf dem See gesegelt und Kanusport betrieben werden kann", sagt er. Denn dass die Pflanze auch in den kommenden Jahren kräftig sprießen wird, steht unumstößlich fest. Wittmann hält allerdings gar nichts davon, Naturschutz gegen den Sport ausspielen zu lassen. Der Sport dürfe nur nicht mit seinen berechtigten Bedürfnissen vor dieser Kulisse vernachlässigt werden. "Am Wittsee haben Naturschutz und Sport immer nebeneinander und auch miteinander funktioniert. Wir sollten uns gemeinsam bemühen, einen Weg zu finden, der beiden Interessen genügt", meint er.

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Barrieren für das Grün: Fangzäune sollen die auf der Wasseroberfläche treibenden Pflanzen aufhalten. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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