Nettetal: Wie war das 1970 in Nettetal?
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.01.2010Nettetal (RPO). In diesem Jahr feiert die Stadt ihr 40-jähriges Bestehen. In einer Artikelserie spürt die Rheinische Post Akteuren jenes Neubeginns nach: Familienbetrieben, die bis heute noch existieren. Sie haben das Geschäftsleben geprägt
Robaschik untersuchte
Strukturen "Kaldenkirchen ist der schwache Punkt" titelte die RP am 16. April 1970. Denn vor dem Hintergrund der Pläne, das Onnert zwischen Lobberich und Breyell zum neuen Mittelpunkt der Stadt zu machen, musste für Kaldenkirchen ein Gegengewicht geschaffen werden. Professor Robaschik empfahl in einer Strukturuntersuchung, hier den industriellen Schwerpunkt einzurichten.
Menschen prägen das Gesicht einer Stadt. Nettetal hat fünf – pardon – sechs Gesichter, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Augen und Ohren einer Stadt aber sind die Geschäfte. Kein Wunder, dass auch Bürgermeister Peter Ottmann seinerzeit zur Förderung des innerstädtischen Images die Gestaltung von Schaufenstern in den Mittelpunkt rückte.
Vor 40 Jahren gab es im Stadtgebiet wesentlich mehr Geschäfte, die die Inhaber selbst führten. Ketten hatten eine nur untergeordnete Bedeutung. Das Hohe Lied des inhabergeführten Einzelhandels sang gerade der neue Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, Friedrich Scholz aus Viersen. Er sehe es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, gerade im Kreis Viersen dem Einzelhandel den Rücken zu stärken. Nicht Mieteinnahmen, sondern Einnahmen aus eigenen Geschäftsumsätzen seien wichtig. Sonst gingen Innenstädte irgendwann zugrunde.
"Weißt du noch...?"
Wie war das 1970 in der jungen Stadt Nettetal? Die alten Geschichten beginnen meist mit "Weißt du noch...?" Diese Frage stellt die RP Einzelhändlern, Dienstleistern oder Handwerkern, deren Geschäft bereits 1970 in der Hand ihrer Familie war. Was hat sich verändert seither? Waren 40 Jahre Nettetal eine gute Zeit für sie? Wie war es, als durch die Hochstraße in Lobberich noch Autos fuhren, sich endlose Fahrzeugschlangen auf dem Weg nach Venlo/Tegelen durch die heutige Kehrstraße in Kaldenkirchen quälten? Warum befinden sich Geschäfte immer noch in der Hand einer Familie? Wie waren die Kunden damals? Schwieriger als heute, nicht so aufgeklärt und auf den Schnäppchen-Preis fixiert?
Diesen und vielen anderen Fragen geht die RP nach. Die Artikelserie will auch die Frage stellen, wie es um die Zukunft der Stadt bestellt ist. Wie sehen die Geschäftsleute das "Mehr" in der Kampagne "Nettetal ist mehr..." aus ihrer ganz persönlichen, unternehmerischen Sicht? Sind uniforme Ketten, die das Geschäftsstraßenbild jeder deutschen Kleinstadt von Greifswald bis Rosenheim prägen, die Zukunft? Wird das Internet mit dem Dauersupersonderangebots-Versandhandel den örtlichen Einzelhandel auf Dauer austrocknen? Oder wird der demografische Wandel mit einer alternden Bevölkerung zu einer neuen Blüte des örtlichen Handels und der Dienstleistung führen? Die Serie will darauf Antworten geben. Sie will aber auch den Blick auf Handel und Dienstleistung vor der eigenen Haustür schärfen.
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