Nettetal: www auf die Bühne gebracht
VON ROBERT RIST - zuletzt aktualisiert: 06.11.2009Nettetal (RPO). "Chancen und Risiken des Internets" standen im Mittelpunkt des sechsten wissenschaftlichen Forums am Werner-Jaeger-Gymnasium. Nach einer Reihe von Fachvorträgen schloss eine Podiumsdiskussion den Tag ab.
Datenklau, -handel oder skandale sind ein Problem für jeden, der im Internet unterwegs ist. Dem setzt das Werner-Jaeger-Gymnasium Medienkompetenz entgegen beim mittlerweile sechsten wissenschaftlichen Forum in Nettetal. Zum Thema "Chancen und Risiken des Internets" hörten etwa 400 Schüler und Lehrer Vorträge von Fachleuten. "Wir möchten ein Bewusstsein bei den Schülern für Sicherheit und Information im Internet schaffen", erklärte Lehrer René Wallich, "bei vielen Referaten habe ich in letzter Zeit oft nur kopierte Informationen gesehen."
Der Rahmen der Veranstaltung ist so gesteckt, dass "die Vorträge vom Allgemeinen ins Spezielle gehen", erläuterte Schulleiterin Elisabeth Ponzelar-Warter. Der erste Vortrag steckte den rechtlichen Rahmen des Internets ab, der zweite behandelte die Identität im Netz, vor allem in den sozialen Netzwerken wie SchülerVZ. Vor der Abschlussdiskussion erläuterte der Projektmanager die Funktionsweise von Wikipedia.
Die Vorträge
Vortrag 1 Ivo Ivanov, "Rechtliche Aspekte der nationalen und internationalen Nutzung des Internetsim Bereich der Wirtschaft"
Vortrag 2 Dr. Christine Ketzer, "Identität 2.0. - Wer bin ich im Netz?"
Vortrag 3 Denis Barthel, "Wikipedia, eine wissenschaftliche Enzyklopädie von Usern für User"
Am deutlichsten formulierte Denis Barthel von Wikimedia Medienkompetenz: "Der Verstand ist das einzige Werkzeug, um sicher vor falschen Informationen zu sein." Bei den Schülern und Lehrern erzeugten die Vorträge ein geteiltes Echo. Einigen Schülern der Jahrgangsstufe elf hatte der zweite Vortrag von Christine Ketzer gefallen. Dass man nicht einfach irgendwelche Bilder auf sein Profil oder seiner eigene Seite kopieren darf, war nämlich nicht allen klar. Besonders Bilder und Musik unterliegen dem Copyright, also Vervielfältigungsbestimmungen.
Für Lehrer Markus Pfänder war das Thema nicht neu. Und für Tim Mertens aus der Stufe 13 war der sorgsame Umgang mit eigenen Daten schon vor dem Forum klar. "Vom Skandal des Datenklaus bei SchülerVZ habe ich in den letzten Wochen aus den Medien erfahren", berichtete er. Tim zeigte sich überzeugt, dass die Veranstaltung eher bei Mädchen neue Türen aufgestoßen haben könnte. "Wir Jungen sind ja eher an solchen Technikthemen interessiert", stellte er selbstbewusst fest.
In der abschließenden Diskussion machten einige Schüler deutlich, dass sie in der Thematik schon um Etliches weiter sind. Ihnen ging es vielmehr darum zu klären, wie intensiv sie ihre Meinung im Internet vertreten dürfen. Auch in den sogenannten Blogs, etwa mit Internet-Tagebücher übersetzt. Doch kamen bald auch verschiedene Thesen zur Sprache, die grundsätzlicher Natur sind. So interessierte, ob zum Beispiel intensiver Internetgebrauch Jugendliche schlauer oder dümmer macht. Christine Ketzer hatte dafür keine pauschale Antwort. Vielmehr komme auf die Mediekompetenz des Einzelnen an: "Wer gute von schlechten Quellen unterscheiden kann, für den ist der Internetgebrauch nicht schädlich."
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