Nettetal: Zahlen pro Tonne
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Nettetal (RPO). Mit Beginn des Jahres 2010 gilt das neue Ident-System für die Müllabfuhr: Jede Leerung der grauen oder braunen Tonne wird registriert und berechnet. Wer geschickt ist, spart Geld und vermeidet Müll.
Die Bürger Nettetals haben es ab 1. Januar selbst in der Hand, wie viel Müllgebühren sie zahlen müssen. Das in diesem Jahr eingeführte Identsystem wird aktiviert: Jede Leerung der grauen oder braunen Tonne wird am Müllfahrzeug registriert und in Rechnung gestellt. Dazu erhielt im vergangenen Jahr jede Tonne einen Chip. Gezählt wird nicht Gewicht oder Volumen des Inhalts, sondern nur jede Leerung.
Der Kreis Viersen hatte vor drei Jahren ein Gutachten in Auftrag gegeben, weil er die Müllbehandlung kreisweit gerne in seine Hand brächte. Gleichzeitig sollte ein weiterer Schritt gemacht werden, um Müll zu vermeiden und wenigstens weiter zu verringern. Das geht aber nur, wenn Bürger Anreize bekommen, weniger Müll zu produzieren. Ergebnis war die Einführung des Ident-Systems vor einem Jahr in Grefrath und jetzt in Nettetal.
Gebühren und mehr
Grau 90-l-Tonne: Pauschalgebühr 26,41 pro Jahr + 4,02 pro Leerung; 120 l: 34,12 + 5,12 ; 240 l : 64,51 + 9,86 .
Braun 120 l pauschal 6,38 / Jahr + 2,31 / Leerung; 9,05 + 4,61 .
Grauer Abfallsack 4,43 .
Brauner Abfallsack 2,35 .
Windelsäcke kostenfrei (für Kinder im Windelalter sowie für ältere Personen (gegen Nachweis).
Mithilfe des Chips, der an etwa 23 0000 grauen und braunen Tonnen in der gesamten Stadt angebracht wurde, stellte die Verwaltung fest, dass im Durchschnitt jeder Haushalt 22,4 Mal im Jahr die graue Tonne an die Straße stellt. Man hatte bisher mit 26 Leerungen pro Jahr gerechnet. Künftig werden mindestens 13 Leerungen im Jahr als Grundlage berechnet, jede weitere Leerung kostet Geld. Vorab erhalten die Bürger jetzt Bescheide, die davon ausgehen, dass sie 2010 22 Leerungen in Anspruch nehmen. Wer die Tonne seltener an die Straße stellt, bekommt im Gebührenbescheid 2011 eine Gutschrift.
Neu ist auch, dass die Gebühr nun nicht mehr pro Kopf und Haushalt umgelegt wird. Theoretisch könnten beispielsweise mehrere Haushalte eine "Tonnengemeinschaft" bilden, wenn sie wenig Müll produzieren. Und man kann erstmals auch eine 90-Liter-Tonne beantragen. Bisher gab es nur die Wahl zwischen 240 und 120 Litern. Jeder Haushalt kann damit für sich eine günstige Berechnungsgrundlage ermitteln und Müllgebühren sparen – wenn er sich bei der Abfallproduktion einschränkt.
Befürchtungen, es werde nun noch mehr Müll in die freie Landschaft gekippt, teilt die Stadt nicht. Allerdings landete in den vergangenen Jahren auch so schon immer mehr Müll dort: 2007 waren es 113 Tonnen, im vergangenen Jahr 121 und in diesem Jahr werden es etwa 135 Tonnen sein. Die Beseitigung der wilden Müllkippen fließt übrigens in die Gebührenkalkulation ein – trifft also alle Bürger.
Die Angst einzelner Bürger, der böse Nachbar packe ihnen Müll in die Tonne, ist eher unbegründet. Ist sie zur Leerung herausgestellt, ist uninteressant, wie viel Müll in der Tonne steckt. "Man sollte sie auf seinem Grundstück sicher abstellen. Es gibt auch Möglichkeiten sie abzuschließen", erklärte gestern Nettetals Kämmerer Norbert Müller. Mehr Information unter
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


