Nettetal: Zwölf Monate Programm total
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Nettetal (RPO). Die Nettetaler feiern sich ein ganzes Jahr lang selbst. Die Stadt feiert ihre 40. Geburtstag und beschenkt sich dabei selbst. Denn nahezu alle Vereine und Organisationen haben sich etwas einfallen lassen.
Auf der Bühne der Realschul-Aula wurde es gegen 13 Uhr am vergangenen Samstag allmählich eng. Kein Wunder, denn dort knubbelten sich Vertreter von Vereinen und Initiativen, die die monatlichen Schwerpunkte des Jubiläumsprogramms 40 Jahre Nettetal vorstellten. Schaager und Breyeller, Kaldenkirchener und Lobbericher, Hinsbecker und Leuther standen einträchtig nebeneinander. Und alle haben das eine Ziel: Ihre Heimatstadt Nettetal und sich selbst als eigenständige Stadtteile zu feiern.
Aus Leuth bestiegen "schön angezogene Menschen" hinter der Fahne der St.-Lambertus-Bruderschaft die Bühne: In eindrucksvoller Weise erläuterte Brudermeister Toni Thelen, der selbst als dreifacher König Kaiser und damit eine Art von Imperator des Leuther Schützenwesens ist, den Anlass für den 400. Geburtstag der Bruderschaft. Kurz vor dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges bildeten sich Schützenorganisationen in zahlreichen Dörfern, um ihre Kirche und das Allerheiligste gegen marodierende Truppen zu bewahren, die im Dienste protestantischer Herrscher standen. Die blutigen Fehden unter dem Deckmäntelchen der Religion seien heute längst Geschichte. Die Bruderschaft stehe auch für Zusammenleben und gerade auch für Ökumene, erklärte Thelen.
Seefest im Zentrum
Juli Das Seefest am Wittsee, fast am geografischen Mittelpunkt Nettetals, wird der zentrale Höhepunkt dieses Jahres werden. Drei Tage lang gibt es im, am und auf dem Wasser Programm.
Planungen Für die Organisatoren erläuterte Axel Witzke Einzelheiten: Wasserspiele, leuchtender See, "Ballonglühen" und viele Beiträge aus allen Stadtteilen sind in der Vorbereitung.
Zuvor hatte ein anderer Leuther die Bühne erobert: Arthur I. (Omland) zieht mit Simone II. für die "Unverwüstlichen" aus Breyell-Onnert als Stadtprinz auf. Der Tulpensonntagszug in Schaag und Breyell ist Markstein im Monat Februar für "Nettetal ist mehr..." Im März werden die Nettetaler den Kartensonntag als Kernveranstaltung, zwei Wochen vor dem Osterfest erleben. Mehr als 18 000 Nettecards hat der verein Nettepunkt nach Angaben von Geschäftsführer Christoph Cremers bereits abgesetzt. Kaldenkirchens Frühlingsfest stellten Claudia Willers und Wilfried Dammer für die Werbegemeinschaft "Kaldenkirchen aktiv" für den April vor. Nach Leuths Schützen werde im Mai Nettetals Pferdefreunde den Kutschencorso organisieren, wie Bothy Mühleneisen berichtete.
Die Nettespiele bestimmen im Juni das Geschehen. Jürgen Hendrix (Stadtsportverband) kündigte an, dass vom Kindergarten bis ins gesetztere Alter möglichst alle Nettetaler eingebunden werden. Das Fest der Generationen organisieren im August die Förderer des Lambertiturms in Breyell, wie Dr. Reinhard Rankers berichtete. Christian Weisbrich (VVV) und Norbert Backes (Werbering) warben für den Ferkesmarkt im Oktober. Für eine Premiere sorgt der Stadtteil Schaag mit dem Hubertusmarkt im November, auf den Heinz Huber (Schaager Kreis) hinwies. Die Sportlerehrung wird im Dezember als Ballveranstaltung und Abschluss des Jubiläumsjahrs vom Stadtsportverband um Willi Wittmann ausgerichtet.
Kaldenkirchen (lp) Geht es nach der Auftaktveranstaltung von "Nettetal ist mehr..." im Rahmen des Neujahrsempfangs, dann steht der Stadt ein sehr launiges Jubiläumsjahr ins Haus. Denn auf der Bühne gaben sich die Botschafter der jeweiligen Kernveranstaltungen große Mühe, für ihre "Events" zu werben. Dabei gab es auch manche Stilblüte oder auch spaßige Bemerkung
"Peking 2008 – Nettetal 2010 – London 2012. Das ist die natürliche Reihenfolge."
Jürgen Hendrix, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes, bei der Vorstellung der Nettespiele, die mit Fackellauf (ab Frühlingsfest Kaldenkirchen), Maskottchen und Plakaten olympiareif organisiert werden.
"Aus Solidarität fange ich jetzt nicht an, etwas zu trinken."
Bürgermeister Christian Wagner, der nach seiner Rede als einziger ein Glas mit Sekt in Händen hielt.
"Das hier ist die trockenste Saalveranstaltung bis Aschermittwoch."
Prinz Arthur I. wenige Minuten später auf der Bühne.
"Und wenn dann alles vorbei ist, haben wir die Schnauze voll."
Leuths Brudermeister Toni Thelen augenzwinkernder Seufzer mit Blick auf das umfangreiche Programm zum 400-jährigen Bestehen der St.-Lambertus-Bruderschaft.
Was wäre Nettetal ohne Pferde, Reiter und Reitervereine? – Jar nix."
Bothy Mühleneisen zum Kutschencorso im Mai.
Wenn der Himmel alle Schleusen öffnet und es in Strömen gießt, also Sauwetter ist – dann ist Ferkesmarkt in Lobberich."
Moderator Dietmar Sagel bei der Ankündigung des Programms für Oktober.
"Die Tradition des Ferkesmarktes gemahnt die Lobbericher zur Bescheidenheit in Erinnerung an ihre bäuerliche Herkunft."
VVV-Vorsitzender und CDU-Landtagsabgeordneter Christian Weisbrich.
"Wir lassen die Sau raus. Lobberich ist mehr, und das werden wir beweisen."
Lobberichs Werbering-Vorsitzender Norbert Backes in Anlehnung an das Thema "Nettetal ist mehr..."
"Norbert wäre nicht er selbst, würde er nicht eine solche Duftmarkte setzen."
Dietmar Sagel anschließend.
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