Viersen: 17-Jähriger zündet Reiterhof an
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 07.04.2009Viersen (RPO). Es war Brandstiftung: Bei einem Feuer in Dülken ist in der Nacht zu Montag ein Gestüt teilweise ausgebrannt. Ein Tatverdächtiger wurde vorläufig festgenommen und ist geständig. Sachschaden: 500.000 Euro.
Um 0.48 Uhr gingen gestern fast zeitgleich mehrere Anrufe bei der Leitstelle der Viersener Feuerwehr ein. Die einheitliche Meldung: Ein Bauernhof östlich von Boisheim brennt. Ein Lokführer, der die nahe gelegene Bahnstrecke Viersen – Venlo befuhr, ein Autofahrer und ein Spaziergänger sahen die Flammen in den Himmel schlagen.
Die Feuerwehr rückte mit starken Kräften zu einem Reiterhof an der Straße Peelsheide aus und war bereits sechs Minuten später mit ersten Fahrzeugen vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt brannte ein etwa 300 Quadratmeter großes offenes Gebäude bereits in voller Ausdehnung. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit den Löscharbeiten, konzentrierten sich aber parallel darauf, dass die Flammen nicht auf das etwa zehn Meter entfernte Wohnhaus und ein weiteres Gebäude übergriffen, in dem mehrere Pferde in Boxen standen.
Feuerteufel
Brandserie Eine Serie von Brandstiftungen hat es in den vergangenen Wochen in Schwalmtal, Boisheim und Süchteln gegeben, bei der von unbekannten Feuerteufeln Strohmieten sowie ein Holzhaus angezündet worden waren.
Hinweise Die Polizei hatte aufgrund von Hinweisen und Befragungen am 26. März den 17-Jährigen aus Schwalmtal bereits vorläufig festgenommen, da er an mindestens zwei Brandorten gesehen worden war. In seiner Vernehmung bestritt der Jugendliche, mit den Bränden zu tun zu haben.
In dem ausgebrannten Gebäudetrakt verendeten drei Pferde. Landwirtschaftliche Maschinen in vermutlich sechsstelligem Wert wurden ebenfalls völlig zerstört. In einer an der rückwärtigen Längsseite angebauten Remise waren zahlreiche Stroh- und Heuballen gelagert, die ebenfalls ein Raub der Flammen wurden.
Unter Atemschutz
Noch am späten Vormittag waren Feuerwehrleute damit beschäftigt, unter Atemschutz das glühende Heu und Stroh mit Radladern auf freies Feld zu bringen, wo es weiter abgelöscht wurde. Die Bundesstraße 7 – die Verbindungsstrecke zwischen Dülken und Boisheim – sperrte die Polizei wegen der für die Löscharbeiten notwendigen Schlauchleitungen bis gegen Mittag gesperrt.
"Aufgrund der Lage des Reiterhofs musste die Feuerwehr über sehr weite Wegstrecken die Löschwasserversorgung herstellen, weshalb aus allen Stadtteilen Kräfte mobilisiert wurden", zog Polizeisprecher Wolfgang Wiese gestern Nachmittag Bilanz. Bis zu zwölf Trupps führten aufgrund der Rauchentwicklung mehrfach unter schwerem Atemschutz die Löscharbeiten durch. Insgesamt 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Nach ersten Feststellungen eines Sachverständigen liegt Brandstiftung vor. Der Gesamtschaden soll rund 500.000 Euro betragen. Noch in der Nacht nahmen Polizeibeamte einen jungen Mann vorläufig fest. Es handelt sich dabei um einen 17-jährigen Schwalmtaler, der bereits mit mehreren Bränden in den zurückliegenden Wochen im Bereich Schwalmtal, Süchteln und Boisheim in Verbindung gebracht worden war. In seiner Vernehmung hat der Jugendliche zugegeben, das Feuer gelegt zu haben. Eine Beteiligung an den vorherigen Bränden bestreitet er weiterhin.
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