Viersen: 25 Polizisten für 20 Pferde
zuletzt aktualisiert: 26.07.2008Viersen (RPO). Lobberich (acü) Für freudige Gesichter, aber auch für Verwirrung sorgen Silke Hoffmann und ihre Kollegen bei der Bevölkerung. Schließlich waren die Reiterstaffeln des Landes 2003 aufgelöst worden – auf Geheiß der damaligen rot-grünen Landesregierung. Zehn Reiterstaffeln hatte es bis dahin gegeben, 120 Pferde standen im Polizeidienst.
Mit dem Regierungswechsel wurden auch die Reiterstaffeln 2006 wieder eingeführt, wenn auch in abgespeckter Form. Statt zehn, nur noch zwei Standorte: Willich und Dortmund. Eine Staffel kümmert sich um das Rheinland, die andere um Westfalen. „Mit den beiden Standorten gewährleisten wir, dass wir an jedem Einsatzort in maximal einer Stunde sein können“, erklärt Wilfried Neumann. Der Polizei-Hauptkommissar ist Leiter der Landesreiterstaffel Rheinland.
Eine zentrale Stelle koordiniert die Einsätze. Jede Behörde kann die Beamten zu Pferd ähnlich wie die Einsatzhundertschaften bei Bedarf anfordern. Das geschieht eigentlich täglich. „Klassische Einsätze haben wir bei Fußball-Spielen mit besonderer Brisanz zwischen den Fan-Gruppen oder bei Demonstrationen“, sagt Neumann. Unlängst waren seine Beamten mit Pferden bei einer Demonstration von Rechtsextremisten in Bonn.
Der Betrieb in Willich läuft rund um die Uhr. 25 Beamte, bei denen die Frauen mit 16 Beamtinnen deutlich in der Mehrheit sind, und 20 Pferde gehören zur Reiterstaffel. „Die Pferde haben wir geleast“, erklärt Neumann. Auch die Stallanlage, der Reitplatz und die übrigen Räumlichkeiten in Willich mietet die Polizei lediglich an. Um die Pflege der Tiere müssen sich die Polizisten zum Teil trotzdem kümmern. Um die Ausbildung sowieso. „Nach der Wiedereinführung der Staffeln mussten wir bei der Ausbildung der Pferde ganz von vorne anfangen“, sagt Neumann. „Das war die schwierigste Aufgabe.“
Über die Pferdestammbücher Rheinland und Westfalen kommt die Polizei an neue Tiere, die dann für den Polizeidienst trainiert werden. „Wir müssen aus Fluchttieren Tiere machen, die sich in Alltagssituationen bewähren“, erklärt Neumann.
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