Schwalmtal: Auch Jugend ist Familie
zuletzt aktualisiert: 26.11.2007Schwalmtal (RPO). Kinder sind unsere Zukunft. So lange sie im Sandkasten spielen, sind sie niedlich. Aber wehe, sie wachsen heran, werden zu pubertierenden Jugendlichen und schicken sich an, sich selbst und ihre Grenzen zu erfahren. Dann erzeugen junge Menschen nur unerträglichen Lärm, sind respektlos und so frech, dass Wegjagen die einzige Lösung scheint.
Zugegeben: Mich machen dröhnende Bässe auch verrückt. Doch wenn’s am Tag oder frühen Abend passiert, übe ich mich in Geduld und denke daran, wie es denn in meiner Jugend zuging. Damals waren die Rolling Stones in Mode, und lange Haare und Hosen mit Riesenschlag stießen bei den Erwachsenen auf Unverständnis. Viel verändert hat sich eigentlich nicht. Musik und Mode sind austauschbar. Doch sagt uns das etwas? Bürgern, die Bolzplätze schließen und Jugendliche von Spielplätzen verbannen wollen, wohl kaum. Ein Leben ohne Lärm gibt’s vielleicht noch auf einer einsamen Insel. Jugendliche zu vertreiben, ist jedenfalls keine Lösung.
Politiker, die im Hinblick auf die demografische Entwicklung so vehement die familienfreundliche Gemeinde propagieren, riskieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie solchen Wünschen kein klares Nein entgegen halten. Familienfreundlichkeit hört nicht im Grundschulalter auf. Diese Linie muss auch gelten, wenn’s um Geld oder wie im konkreten Fall um die Grundstücksvermarktung geht. Ein bisschen familienfreundlich gibt’s genauso wenig wie ein bisschen schwanger sein. HELGA SEIFERT
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