Viersen: Auf großer Erkundungstour
VON JANNETTA SZPAK - zuletzt aktualisiert: 02.06.2008Viersen (RPO). Der Naturschutzhof gilt weit und breit als der beste Lebensraum für Insekten. Bei einem Gang über das Gelände lernten Besucher die Krabbler kennen – ausgerüstet mit Lupe und Marmeladeglas mit Deckel.
Der kleine Bastian kommt aus dem Staunen nicht heraus. Besonders spannend ist die große schwarze Lupe. „Was ist das für ein Tier?“, fragt der Vierjährige neugierig. „Eine Libellenlarve“, antwortet Markus Heimes vom Nabu-Naturschutzhof in Lobberich und legt dem Jungen das Insekt in die Hand. Aufmerksam betrachtet das Kind bei der Insektenwanderung viele Krabbeltiere, dessen Nutzen Markus Heimes ausführlich erklärt.
Evelyn Ferber hat eine große Dose mit allerlei Insekten aus dem eigenen Garten mitgebracht. Die Breyellerin hat viele Fragen an Heimes. Besonders interessiert die Naturliebhaberin, welche Käferart es sich seit einigen Wochen bei ihr gemütlich gemacht hat. Markus Heimes erkennt sofort: „Das sind Harlekin-Marienkäfer aus China, die sind harmlos“, beruhigt der Nabu- Mitarbeiter die Teilnehmerin. Diese Käferart frisst große Mengen von Blattläusen und dient in Europa der biologischen Schädlingsbekämpfung.
In den Sommerferien
Programm Der Nabu Naturschutzhof bietet Sechs- bis Zwölfjährigen in der Zeit vom 26. Juni bis zum 8. August ein buntes Programm. Die Kinder gehen mit den Mitarbeitern auf große Erkundungstour.
Anmeldungen und weitere Informationen bei Wiebke Esmann unter der Rufnummer 02153 89374.
Einsiedlerbienen im Glasröhrchen
Die Gruppe führt ihre Erkundungstour weiter zum großen Teich auf dem Naturschutzhof. „Oma, schau mal, da sind zwei Frösche im Wasser“, ruft Bastian und stürmt ans Geländer. Der Teich bietet neben den grünen Hüpfern auch farbenfrohe Libellen und jede Menge Insekten zum Kennenlernen. Doch auch Hühner und Pferde ziehen die Besucher in ihren Bann. „Ich hoffe, dass wir heute noch einige Wespen zu sehen bekommen“, kündigt Markus Heimes an.
Noch halten aber zahlreiche Regenschauer die „Schornsteinwespen“ von der Lehmwand fern. Für die Wildbienen hat sich die Crew vom Lobbericher Naturschutzhof etwas Besonderes ausgedacht: Einen Schaukasten mit kleinen Glasröhrchen können Einsiedlerbienen im Winter als Nistplatz nutzen. So etwas hat der vierjährige Bastian vorher noch nie gesehen.
Markus Heimes warnt die Teilnehmer der Insektenwanderung vor dem Roten Diptam. „Das Anfassen dieser Pflanze führt zu starken Verbrennungen“, erklärt der Gruppenführer. Bei Arnika und Beinwell können die Besucher aufatmen. Diese Pflanzen dienen der Heilung und sind damit ungefährlich für den Menschen.
Zum Schluss verspricht Markus Heimes, den Teilnehmern den Turmfalken zu zeigen. „Er brütet gerade“, erklärt der Gruppenleiter und zeigt zum Turm hinauf. Das möchte sich die Gruppe natürlich nicht entgehen lassen. Viele Fragen stellen sich dem kleinen Bastian: „Was ist ein Falke und was brütet er?“ Das möchte Heimes dem Vierjährigen ausführlich erklären. Doch vorher schauen sich alle noch mal genau die Insekten im Wasserbecken an. Schließlich gibt es hier noch jede Menge zu erforschen.
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