Viersen: Aus für die Pappeln an der Clörather Mühle
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Viersen (RP). Es ist amtlich: Ein weiterer Erhalt der Hybridpappelreihe an der Clörather Mühle ist nicht zu verantworten, eine Fällung der Bäume kann nicht weiter hinausgeschoben werden. Wie die Viersener Stadtverwaltung gestern erklärte, handelt es sich bei den betroffenen Pappeln um eine etwa 50-jährige Baumreihe im Naturschutzgebiet Saalbruch.
Neupflanzungen vorgesehen
"Der Landschaftsplan setzt für diese Hybridpappelreihe fest, dass sie bei Erreichen eines bestimmten Lebensalters zu fällen und durch Neupflanzungen zu ersetzen ist. Vor diesem Hintergrund kann von einer ,Gefälligkeit' gegenüber einem einzelnen Landwirt, wie sie von Gegnern der Fällungen immer wieder ins Gespräch gebracht wird, überhaupt keine Rede sein", teilte Stadtpressesprecher Peter Abrahams mit.
Gleichzeitig will die Stadt ihren Verpflichtungen nachkommen und eine ökologisch und landschaftsgestalterisch hochwertige Neuanpflanzung vornehmen. Damit soll sichergestellt werden, die sich die Zahl der Bäume in der Stadt weiterhin kontinuierlich erhöht. Eine abschließende Entscheidung hierzu wird im Herbst im Rahmen der Vorstellung des Forstwirtschaftsplans 2013 getroffen. "In den für die Stadt Viersen geltenden forstplanerischen Vorschriften wird bei Pappeln von einer Lebensdauer von 50 Jahren ausgegangen", so Stadtförster Rainer Kammann. "Bei Pappeln handelt es sich um eine sogenannte Pionierbaumart, die zwar sehr schnell wächst und ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen anderen Pflanzen gegenüber besitzt. Ihre Lebenserwartung aber ist für Pionierbaumarten typisch, nämlich relativ kurz." Während Buchen oder Eichen mit 50 Jahren gerade im besten Alter sind, befinden sich Pappeln dann quasi schon im Greisenalter. Sie verlieren zunehmend häufiger grüne Äste und bilden überproportional viel Totholz. Kammann: "Diese Entwicklung ist auch durch eine gezielte Baumpflege nicht aufzuhalten, weil Pappeln in diesem Alter nicht mehr nachhaltig auf Pflegemaßnahmen reagieren."
Bereits 2007 war das Fällen der Pappeln vom damaligen Umweltschutzausschuss einstimmig beschlossen worden. Auf Wunsch der Anwohner wurde die Maßnahme zunächst so lange ausgesetzt, wie dies zu verantworten war. Kammann: "Nun ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, an dem ein weiteres Verschieben nicht mehr möglich ist."
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