Viersen: Auskiesung ist nicht ohne Probleme
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 15.08.2007Viersen (RPO). Auf der einen Seite stehen harte wirtschaftliche Interessen, auf der anderen Seite steht der Schutz der Landschaft: Auch in Viersen wollen Unternehmen ein Stück vom Kuchen abhaben, den die zuständige Bezirksregierung demnächst in Sachen Auskiesungsflächen neu verteilen will. Der Regionalrat hat politisch entschieden, Auskiesungsflächen im Gebietsentwicklungsplan (GEP) für die nächsten Jahr festzuschreiben.
Die Stadt Viersen ist nur mit drei Flächen betroffen. Eine vierte geplante Fläche im Dreieck Süchteln-Windberg/Lobberich/Grefrath-Schlibeck wurde von der Bezirksregierung gestrichen. Fest steht dagegen, dass die Firma Dickhoff noch mehr als 20 Jahre zwischen Dülken und Lind auskiesen darf. Im Viersener Umweltschutzausschuss wurde das Thema am Montagabend erneut diskutiert. Stadtbaurat Gerd Zenses kündigte für die nächste Sitzung des Bau- und Planungsausschusses eine Stellungnahme der Verwaltung zur geplanten GEP-Änderung an.
Während der Regionalrat in Düsseldorf bereits signalisiert hat, einer Erweiterung der seit elf Jahren bestehenden Auskiesung bei Lind von derzeit fünf auf maximal 16 Hektar Fläche zuzustimmen, erheben sich bei der Stadt Viersen erhebliche Bedenken gegen diesen Plan. Die Stadt ist allerdings nicht Genehmigungsbehörde. Das ist der Kreis. Und so ist es zwischen Stadt und Kreis bereits zu Unstimmigkeiten gekommen. Die Erweiterungsfläche würde unmittelbar an die Ortschaft Lind heranreichen. Kritisch wird vor allem der Transportverkehr gesehen. Die Straße zwischen Lind und Loosen, über die die Lkw schon heute den Kies abtransportieren, ist für Schwerlastverkehr nicht geeignet und müsste vom Betreiber der Kiesgrube entsprechend ausgebaut werden. In Dülken sieht man zudem kritisch, dass die Lkw über die K 24 und Arnoldstraße am Friedhof vorbei sowie über die Brabanter Straße zur Autobahn fahren.
Eine wesentlich günstigere Autobahnanbindung hat die Sandgrube der Firma Lücker an der Venner Straße. Das Unternehmen möchte die Abgrabungsfläche erweitern, was in der Viersener Politik durchaus positiv gesehen wird. Gegen eine maßvolle Erweiterung hätte die Stadtverwaltung ebenfalls nichts einzuwenden. Allerdings sieht die Stadt keine realistische Chance, dass Bezirksregierung und Kreis dem zustimmen, weil an dieser Stelle in der GEP-Änderung keine größeren Reserveflächen vorgesehen sind. Die bestehende Abgrabung liegt zudem am Rande einer Wasserschutzzone. Eine dritte Auskiesung in der Donk an der Niers ruht derzeit weitgehend.
Positiv bewertet die Stadt, dass in der geplanten GEP-Änderung keine weiteren Flächen für Auskiesungen – so genannte Sondierungsbereiche – festgelegt worden sind.
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