Viersen: Bäume suchen, Blätter sammeln
VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 24.09.2008Viersen (RPO). Das Alter von Bäumen bestimmen, Zedern suchen und Nacktschnecken finden – all das machten Kinder des katholischen Kindergartens Breyell in der Baumschule Lappen. Der Grund: die „Tage der Kindergärtnerei“.
Kaldenkirchen Ganz weich ist das Blatt des Trompetenbaumes auf der Rückseite. Hannah fühlt vorsichtig über die feinen Härchen, Kaspar hebt ein Blatt vom Boden auf und trägt es dann weiter mit sich herum. Herum auf der Tour durch die Baumschule Lappen – der Betrieb nimmt an den „Tagen der Kinder-Gärtnerei“ teil, die noch bis zum 27. September stattfinden und von den Landesverbänden Gartenbau Rheinland und Westfalen-Lippe initiiert sind.
Infos gibt’s auf Strohballen
An diesem Morgen ist der katholische Kindergarten Breyell in der Baumschule zu Gast. Los geht es noch ziemlich gemütlich: Die Kinder sitzen auf Strohballen, hören Lappen-Mitarbeiterin Katharina Heinen zu, wie sie etwas zum Wachstum der Bäume erzählt, dazu, wie man ihr Alter bestimmt, wie groß welche Sorte werden dann. „Das konnten die Kinder auch selber messen“, sagt Erzieherin Annemie Schell. Dann geht es los, die Kinder wuseln zwischen den Baumreihen hindurch. Heinen zeigt den Kindern Bäume oder Blätter auf Bildern, die Kleinen müssen suchen. Und das geht erstaunlich schnell, obwohl auf den Bildern häufig nur Ausschnitte zu sehen sind: „Kinder haben da einen ganz anderen Blick als Erwachsene“, sagt Annemie Schell, als die Vorschulkinder die Zeder, die auf Katharina Heinens Bild abgebildet war, gefunden haben.
Die Aktion
Teilnehmer Alle Kindergärten aus Nettetal besuchten in den Tagen der Kindergärtnerei die Baumschule. Nur eine Einrichtung musste aus Zeitmangel absagen.
Betriebe An den „Tagen der Kindergärtnerei“ können sich Friedhofsgärtner, Einzelhandelsgärtnerei, Baumschulen, Garten- und Landschaftbaubetriebe, Staudengärtnereien oder Obst- und Gemüseanbauer beteiligen.
„Schaut doch mal, ob Ihr Zapfen auf dem Boden findet“, sagt die Baumschulen-Angestellte. Die Kindergartenkinder finden sie genau so wie Eicheln oder Kastanien: „Guck mal, die haben gar keine Stacheln“, sagt Tamara und hält Erzieherin Silvia Funken eine Kastanie mit halboffener Schale vor die Nase. „Stimmt, die sehen ganz anders aus als die, die wir schon zusammen gesammelt haben“, sagt Funken.
Die Erfahrung, dass die Kinder sich in der Natur noch ziemlich gut auskennen und wie Tamara wissen, dass Kastanienschalen häufig stachelig sind, macht Katharina Heinen häufiger. „Die gängigen Pflanzen und Tiere kennen die Kleinen“, sagt sie. Fabian beispielsweise weiß ganz genau, dass der Wurm, den er gefunden hat, ein Regenwurm ist, Lina identifiziert das kleine, glänzig-dunkle Tier ohne Beine sehr schnell als Nacktschnecke. „Die könnt ihr nicht mitnehmen, sonst stirbt die Schnecke, bis wir im Kindergarten sind“, sagt Erzieherin Irmgard Dorsch. Die Schnecke kommt also genauso zurück auf die Erde wie der Regenwurm von Fabian.
Mit Emma durch die Schule
Zu Ende geht der Morgen zwischen den Bäumen in einer Lok: „Das ist unsere Emma, mit der machen wir jetzt noch eine Rundfahrt durch den Betrieb“, sagt Katharina Heinen. Nacheinander klettern 20 Kinder in die bemalten Waggons. Auch Kaspar steigt ein – das große Blatt vom Trompetenbaum hält er noch immer in der Hand.
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