Viersen: Bahnhof mit Granit aus China
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 13.02.2008Viersen (RPO). Die Arbeiten am Viersener Bahnhof laufen auf Hochtouren. Vor einigen Tagen hat ein Stehcafé eröffnet. Die Toilettenanlage und die Eingangshalle werden bis Jahresende renoviert. Probleme gibt es beim Einbau der Aufzüge.
Gestern Mittag im Viersener Bahnhof: Die beiden Mitarbeiterinnen im neu eröffneten Steh-Café mit Backshop haben gut zu tun. Großbäcker Michael Pesch aus dem Hoser hat im Bahnhof eine weitere Filiale eröffnet. „Und die läuft schon ziemlich gut“, meint Hans-Wilhelm Janissen-Brass. Der Viersener Investor ist seit Sommer 2006 Inhaber des Bahnhofsgebäudes, hatte es damals mit seiner Firma Janissen-Brass/Dannreuther von der Stadt gekauft. Seitdem bemüht sich der Unternehmer – in Abstimmung mit der Deutschen Bahn – den herunter gekommenen Bahnhof attraktiver zu gestalten. Janissen-Brass/Dannreuther arbeiten bei der Sanierung eng mit den von der Bahn beauftragten Firmen zusammen. Denn der Bahn gehören weiterhin der Fußgängertunnel, die Aufgänge und Bahnsteige sowie die Gleisanlagen.
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Fassade Die Fassade des in die Jahre gekommenen Bahnhofs ist in einem hellen Grauton neu gestrichen worden. Ob das so bleiben wird, ist offen. Inhaber Janissen-Brass will das Thema noch mit der Denkmalpflege diskutieren.
Durchstich Der Fußgängertunnel bekommt bekanntlich einen Zugang vom Neubaugebiet Stadtpark Robend. Der soll im Herbst fertig gestellt sein.
Während der Inhaber des Bahnhofsgebäudes sich um die künftige Gestaltung des unter Denkmalschutz stehenden Baus kümmert, modernisiert die Bahn derzeit die Bahnsteige und Treppenaufgänge. Auch neue Aufzüge sind geplant. Sie sollen in Nischen gegenüber den jetzigen Treppen eingebaut werden. Die Arbeiten ruhen derzeit. Vor einigen Wochen sind die Bauleute auf unerwartete Probleme gestoßen. Beim Freilegen der Nischen – dort befanden sich früher ebenfalls Treppen, die zuletzt zugemauert waren, – stießen Bauarbeiter auf vorher nicht bekannte unterirdische Gewölbe. Von denen weiß derzeit niemand so recht, welche Funktion sie mal erfüllt haben. Auch das genaue Ausmaß der tunnelartigen Bauten ist noch nicht erforscht. In Bauplänen des Bahnhofs sind die Gewölbe nicht verzeichnet. Dicke Betondecken lassen sogar vermuten, dass es sich um Schutzräume handeln könnte, die für den Zweiten Weltkrieg gebaut worden waren. Ob es tatsächlich unter den Bahngleisen Bunker gegeben hat, wird derzeit geprüft.
Während die Arbeiten für die Aufzüge momentan ruhen, gehen sie an der künftigen neuen Toilettenanlage weiter. Bis Jahresende soll die fertig – und behindertengerecht – sein. Demnächst soll der Hallenboden ausgetauscht werden.Er wird mit Granitplatten belegt, die Inhaber Janissen-Brass eigens in China geordert hat. Die Wände erhalten Sockel aus Granit, auch die Türen sollen mit dem Steinzeug umrahmt werden.
Erst danach will Janissen-Brass mit der Vermarktung der Ladenlokale fortfahren. Ihm schweben kleinere Einheiten vor. Über die Zukunft der Markthalle will er im nächsten Jahr entscheiden. Dann läuft der Pachtvertrag mit dem derzeitigen Betreiber des Marktes aus.
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