1987: Bank-Azubi amSchwarzen Montag
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 11.08.20091987 (RPO). Angelique Vootz war 20, als der erste große Börsenkrach nach dem 2. Weltkrieg Deutschland und die ganze Welt erschütterte. "Am so genannten ,Schwarzen Montag' knallte der Dow-Jones-Index ziemlich nach unten", erinnert sie sich daran, dass der Aktienindex, der die Entwicklung des US-amerikanischen Aktienmarktes misst, um 22,6 Prozent einbrach.
"Ich hatte erst zwei Monate zuvor meine Ausbildung bei der Deutschen Bank in Viersen begonnen", sagt Angelique Vootz. Sie arbeitete im Zahlungsverkehr und war begeistert. "Nach meinem Abitur und der Lernerei am Städtischen Gymnasium in Dülken war dieser Job für mich wie ein Befreiungsschlag." Ihr Aufgabenfeld, in das sie während ihrer zweimonatigen Aushilfszeit bei der West LB in Düsseldorf bereits schnuppern durfte, war spannend. Sie hatte einen geregelten Tagesablauf. Und mit den neuen Kollegen hatte sie viel Spaß.
Am 19. Oktober 1987 war die Stimmung jedoch weniger gut. "Im Laufe dieses Montages wurden die Kollegen aus der Wertpapierabteilung hektisch", sagt Angelique Vootz, die mit Aktien nicht viel zu tun hatte. "Die Tragweite dessen, was an der Börse passiert war, konnte ich nicht einschätzen." Sich dafür aber ins Thema einarbeiten. "Zuhause habe ich in den Nachrichten verfolgt, wie es zu dem Crash kommen konnte. In meinen Lehrbüchern habe ich mir einen Reim darauf gemacht, wie der Markt funktioniert."
Sie begann zu verstehen – und blieb ruhig. "Ich bin nicht in Panik geraten", sagt Angelique Vootz. "Es war wichtig, dass die Banken und die Politik es geschafft haben, das Vertrauen der Menschen zurück zu gewinnen." Das sei ihnen auch 22 Jahre später gelungen.
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