Viersen: „Etwas von ihm bleibt hier“
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 08.02.2008Viersen (RPO). Unter großer Anteilnahme wurde gestern der Ortsvorsteher Klaus-Dieter Gartz beigesetzt. Tief bewegt nahmen Hunderte Abschied von dem „Freund Dülkens“, darunter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers als langjähriger Freund.
Zahlreiche Trauergäste gaben gestern in St. Cornelius Dülken Klaus-Dieter Gartz das letzte Geleit. Der am vergangenen Donnerstag im Alter von nur 64 Jahren verstorbene Dülkener genoss offenbar weit über seinen Stadtteil hinaus tiefe Sympathien. Für den in Politik und Gesellschaft, in Karneval und Bruderschaft stark engagierten CDU-Politiker hatten die Zelebranten des Gottesdienstes Worte aus dem Philipperbrief des Apostels Paulus gewählt: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel“.
Im Anschluss an den Trauergottesdienst würdigte Bürgermeister Günter Thönnessen den Verstorbenen als Politiker, der stets „aus innerer Freude und Überzeugung“ gewirkt habe. Zwei Tage vor seinem Tod habe der Rat beschlossen, den Titel Ortsvorsteher durch „Ortsbürgermeister“ zu ersetzen. „Niemand hätte diesen Titel so verdient wie Klaus-Dieter Gartz“, so Thönnessen. „Er war da zu jeder Zeit, wenn man ihn brauchte. Er hat verändert, geprägt, bewirkt. Vieles in der Stadt wäre anders, wenn es ihn nicht gegeben hätte.“ Der Bürgermeister zitierte das bekannte Lied von Trude Herr: „Niemals geht man so ganz, irgendwas von ihm bleibt hier.“ Für die CDU dankte der Dülkener Bezirks-Vorsitzende Michael Aach für das Lebenswerk des Ortsvorstehers, der 35 Jahre Mitglied der CDU war. „Keine Person des öffentlichen Lebens war den Menschen in Dülken so nah wie er.“
Bundesbrüder
Studentenverbindung Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Rappoltstein (Straßburg) zu Köln ist eine Vereinigung von Studenten und Absolventen der Universität zu Köln und anderer Hochschulen; rund 450 Mitglieder, etwa 25 aktiv im Studium. Seit 1970 ist Jürgen Rüttgers aktives Mitglied, wie er zählte Klaus-Dieter Gartz 1971/’72 zu den Chargen.
Für die Narrenakademie, deren Ehrensenator Gartz war, sprach Rector magnificus Dr. Volker Müller, der ihn als ein „Vorbild an Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Pflichtbewusstsein“ charakterisierte. „Wir verneigen uns in Dankbarkeit.“ Ein leises, letztes „Gloria tibi Dülken“ sagte ihm Erich Schmitz vom Vaterstädtischen Verein, denn Gartz war auch humorvoller Karnevalist. „Er hat für das Brauchtum gelebt“, sagte Schmitz. 1995 war er mit seiner Frau Ingeborg Prinz Karneval im Zeichen des Clowns.
Als Weggefährte seit Kölner Unizeiten und Freund der Familie sprach Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. „39 Jahre war er mein Freund“ und, an seine Frau Inge und die Kinder Volker und Simone gewandt, „Er ist nicht fort – er bleibt unser Freund über den Tod hinaus. Irgendwas bleibt hier, es hat seinen Platz immer bei dir.“ Rüttgers zeichnete das Bild eines freundlichen Menschen, „nicht laut, offen für Andere und Anderes, helfend für viele. Er konnte lachen, leise lächeln, er konnte mitfühlen.“ Auf die Heimat sei er stolz gewesen, habe mit Begeisterung von Dülken geredet. Klaus-Jürgen Gartz habe sich gesorgt um andere, nicht um sich, habe vielen geholfen, „und erste Hilfe war oft sein Lächeln“.
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