Kreis Viersen: Bistum Aachen prüft Finanzierung der Pfarren
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 15.08.2008Kreis Viersen (RPO). Das Bistum Aachen prüft, ob die Finanzierung der Verwaltungszentren (VWZ) der Kirchengemeinden in Zukunft auf eine andere Grundlage gestellt werden kann. Das untersucht zurzeit eine Arbeitsgruppe im Generalvikariat, der unter anderem Vertreter des Generalvikariats, des Kirchensteuerrates und der Pfarrgemeinden angehören.
Vor drei Jahren hatte der Kirchensteuerrat beschlossen, dass in den Jahren 2007 und 2008 nur die den Verwaltungszentren beigetretenen Kirchengemeinden mit 8,1 Prozent der Schlüsselzuweisungen zur Finanzierung der VWZ herangezogen werden. Ab dem Jahr 2009 sollen auch die nicht beigetretenen Kirchengemeinden die Zentren mit 8,1 Prozent ihrer Schlüsselzuweisungen finanzieren. Beobachter schließen nicht aus, dass diese Regelung kippen könnte. Sie war wiederholt auf Widerstand gestoßen.
Die Frage der Finanzierung der Verwaltungszentren ist nach Bistumsangaben nur eine von vielen, mit der sich die Arbeitsgruppe befasst. Sie soll prüfen, ob und wie die Finanzierungszusammenhänge zwischen Bistum und Kirchengemeinden generell neu geordnet werden können. Dabei geht es auch darum, die derzeit gültige Regelung der Schlüsselzuweisungen für die Kirchengemeinden auf den Prüfstand zu stellen. Wie Bistumssprecher Franz Kretschmann sagt, hängt die Finanzierungsfrage mit den Strukturveränderungen im Bistum Aachen zusammen: Pfarreien schließen sich zu Gemeinschaften der Gemeinden zusammen. Zudem plant das Bistum, 125 Kirchengemeinden zu 45 Pfarreien zusammenzulegen, eine Fusionswelle, die alle Bistumsregionen außer die Eifel betrifft.
Kein neues Sparpaket geplant
Ein neues Sparpaket, von denen das Bistum schon mehrere schnüren musste, nachdem die Diözese im Jahr 2004 in ihre bislang schwerste Finanzkrise geschliddert war, ist dem Vernehmen nach nicht zu erwarten. Nach Kretschmanns Angaben ist mit Ergebnissen bei der künftigen Finanzaufteilung im Bistum Aachen frühestens zum Jahresende zu rechnen.
Parallel zur Frage der kirchlichen Finanzen befasst sich eine weitere Arbeitsgruppe mit der Zukunft der katholischen Kindergärten. Wegen der durch das Kinderbildungsgesetz gestiegenen Anforderungen an die Kindergärten sieht das Bistum neue Trägerverbünde als eine Möglichkeit, katholische Tageseinrichtungen langfristig zu sichern. Wie die Verbünde aussehen, ist nach Angaben von Kretschmann noch offen. Sicher sei bislang nur, dass die Kirchengemeinden bis zu einer Neuregelung der Kindergartenträgerschaft nicht Gefahr laufen, ihre Kindergärten schließen zu müssen, sagte Bistumssprecher Franz Kretschmann.
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