Kreis Viersen: Bistum beobachtet Piusbruderschaft
zuletzt aktualisiert: 10.02.2009Kreis Viersen (RPO). Mit gutem Gewissen kann kein katholischer Christ Meinungen der Priesterbruderschaft vertreten, an ihren Gottesdiensten teilnehmen oder von ihren Priestern Sakramente erbitten. Das sagt Prälat Dr. Herbert Hammans vom Bistum Aachen. Der frühere Aachener Domprobst, beobachtet im Auftrag von Bischof Heinrich Mussinghoff kritisch die Priesterbruderschaft Pius X. Sie plant, sich auf einem früheren Gutshof in der Nähe von Monschau anzusiedeln. Eine Gemeinschaft im Gottesdienst und in den Sakramenten mit Bischöfen und Priestern der Priesterbruderschaft Pius X. sei für einen katholischen Christen weiterhin nicht möglich, so Hammans.
Klarheit in der Diskussion
Hammans aüßerte sich gestern zur Diskussion, die nach der Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen aus der Priesterbruderschaft Pius X. durch Papst Benedikt weltweit entstanden war. Hammans begrüßt die umfassende Erklärung, die der Vatikan am vergangenen Mittwoch abgegeben hat. Sie bringe Klarheit in die Diskussion. Durch die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen durch den Papst habe sich der rechtliche Stand der Priesterbruderschaft Pius X. nicht geändert. Sie sei in der katholischen Kirche nicht anerkannt. Ihre Bischöfe und ihre Priester seien weiter von ihrem Amt suspendiert. Sie könnten kein Amt in der Kirche ausüben.
"Damit die Priesterbruderschaft Pius X. anerkannt wird, müssen ihre Anhänger, also Bischöfe und Priester, das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen. Bisher ist auf Seiten der Bruderschaft eine solche Bereitschaft nicht festzustellen", sagte Hammans weiter.
Der Distriktobere der Priesterbruderschaft für Deutschland, P. Franz Schmidberger lehnt nach Hammans Angaben grundlegende Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) ab. Dazu gehörten u.a. der Beschluss über die Religionsfreiheit, das Dekret über den Ökumenismus ebenso wie die Erklärung über die nichtchristlichen Religionen. Hammans hält es für unvorstellbar, wie bei einer solchen Einstellung eine Versöhnung mit der Kirche möglich sein kann. Unterdessen haben Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Internet eine Petition gestartet, in der sie die uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils fordern. Zu den Unterzeichnern der Petition gehört auch der stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen, der Viersener Altfried Spinrath. Nach Abschluss der Aktion soll das Ergebnis dem Vatikan übergeben werden.
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