Brüggen: Botenstoff aus der Bibel
VON TIMOTHEUS ELLER - zuletzt aktualisiert: 31.12.2008Brüggen (RPO). Zum Übergang ins neue Jahr hat der Brüggener Pfarrer Timotheus Eller über das Evangelium, die „frohe Botschaft“, philosophiert. Der Ursprung, die Niederschrift gesprochener Worte, entspricht wirklich Erlebtem.
Als Botenstoff bezeichnet man verschiedene chemische Stoffe, die der Übertragung von Signalen bzw. Informationen dienen. Je nach Zusammensetzung des Botenstoffes werden Reaktionen hervorgerufen oder unterdrückt. Nun erwarten Sie als Leser an dieser Stelle keinen Vortrag über chemische Vorgänge, aber wenn Sie bis hierher gelesen haben, macht es deutlich, dass Sie daran interessiert sind, worauf dieser Artikel hinaus möchte. Unter dem Oberthema: „Botschaft‘“ stellt sich die Frage nach dem Inhalt und nach dem Überbringer der Botschaft.
Lebendige Erzählung
Aus welchem Stoff setzt sie sich zusammen? Der Ursprung der biblischen Texte, die als Evangelium bezeichnet werden, ist die lebendige Erzählung. Das Wort Evangelium lässt sich übersetzen mit: „Frohe Botschaft“. Das heißt: Der Stoff der Boten war Erzählstoff, selbst erlebte Geschichte. Dem ältesten Evangelium – das nach Markus – kann man es noch sehr gut anmerken, dass da Gesprochenes aufgeschrieben wurde. Der Botenstoff – wenn wir diesem Wortbild weiter folgen wollen – ist also ist also wirklich Erlebtes.
St. Nikolaus Brüggen
Pfarrer Timotheus Eller (43) wurde am 16. März als Pfarrer in Brüggen eingeführt. Zuvor war er priesterlicher Mitarbeiter in der GdG Düren-Nord. Der Benediktinermönch (Abtei St. Joseph zu Gerleve) hatte den Aachener Bischof um Aufnahme ins Bistum gebeten.
Gottesdienste heute: 16 Uhr Dilborn, 17.30 Uhr Brüggen und 19 Uhr St. Peter Born (mit Pfr. Eller), 18 Uhr Bracht. Neujahr: 10.30 Uhr Bracht, 19 Uhr Lüttelbracht.
Es ist aber gar nicht so einfach, Erlebtes so in Worte zu kleiden, dass man andere am Erlebten teilnehmen lassen kann. Dafür kennt jeder Beispiele aus eigener Erfahrung. Um eine Botschaft wirklich verstehen zu können, kommt es aber nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch, wer es sagt. Ist der Bote mit seinem Stoff für mich glaubwürdig oder nicht?
Der Botenstoff aus der Bibel ist ziemlich in die Jahre gekommen. Wortwahl und Zusammenhänge sind oft auf Anhieb schwer verständlich. Trotzdem ist es nicht zu leugnen, dass diese alten Worte unsere gesamte westliche Welt mehr als zweitausend Jahre lang wesentlich mitgeprägt haben. Da muss doch irgendwas Bleibendes an dieser Botschaft dran sein. Was das für mich persönlich sein könnte, das wäre eine spannende Frage, gerade jetzt zum Jahreswechsel.
Wir haben im vergangen Jahr einiges erlebt, das uns an der Verlässlichkeit verschiedener Botschaften und an Botschaftern zweifeln lässt. Botenstoff, der verlässlich ist – Mangelware im ausklingenden Jahr. Könnte es sein, dass sich in den alten Texten der Bibel etwas findet, das nachhaltiger und damit Halt gebender ist?
Ich finde ja, aber ob ich für Sie ein überzeugender Botschafter bin, müssen Sie selbst entscheiden. Meine Empfehlung: Schauen Sie ins Original.




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