Viersen: Brasseln in der Brasselstraße
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Viersen (RPO). Gisela und Manfred Müser engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich für das Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdienstes Katholischer Frauen. Aus ihrem privaten Garagentrödel spenden sie regelmäßig Geld.
Bettwäsche, Handtücher, Schwangerschaftsbekleidung, eine Babybadewanne und ein Babykörbchen. Gisela und Manfred Müser sind schwer bepackt. Aber das sind sie eigentlich immer, wenn sie die Goetersstraße 6 in Viersen aufsuchen, den Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF). Das Viersener Ehepaar engagiert sich seit viereinhalb Jahren für das Frauen- und Kinderschutzhaus des SKF. Es betreibt einen Garagenverkauf, dessen Erlös es spendet, außerdem versorgen die beiden das Frauen- und Kinderschutzhaus mit Sachspenden. Dinge, von denen die Müsers wissen, dass sie dringend benötigt werden und die sich zufälligerweise in ihrem Garagenverkauf befinden.
"In den viereinhalb Jahren spendeten uns die beiden durch ihren Verkauf 9745 Euro", bilanziert Wilma Quack, Geschäftsführerin des SKF. Das Ganze sei ein Engagement, das weit über das hinaus ginge, was man bis jetzt erlebt habe, fügt sie an. Gisela und Manfred Müser nehmen die lobenden Worte sichtlich etwas verlegen an. Ihnen macht ihr Engagement Freude, sie sind mit Begeisterung bei der Sache. Angefangen hat alles mit dem Einsatz für Dritte-Welt-Länder, den die beiden vorher leisteten.
Wege aus der Gewalt
Rat Der SKF berät unabhängig von Nationalität/Konfession: "Wenn Sie selbst Gewalt erleben, Auswege suchen oder mit Gewalt in der Nähe konfrontiert werden, zögern Sie nicht. Wenden Sie sich an uns." Tel. 02162 814342; frauenhaus@skf-viersen.de; www.skf-viersen.de
Garagenverkauf 2. und 4. Wochenende im Monat fr 15-18 Uhr, sa 10-14 Uhr, Brasselstr. 29, Viersen.
"Wir werden aber nun einmal immer älter und wollten uns in unserer eigenen Stadt engagieren, denn auch hier breitet sich die Not aus", erklärt Gisela Müser. Gemeinsam überlegten die beiden und kamen schließlich auf das Frauen- und Kinderschutzhaus. Die angesprochene Quack war begeistert und das Viersener Ehepaar startete seinen Garagenverkauf an der Brasselstraße 29. Jedes zweite und vierte Wochenende verkaufen sie, was sie von anderen geschenkt bekommen. "Am Anfang lief es sehr schleppend, aber auf einmal kamen die Leute, brachten Sachen, riefen an, wo wir Sachen abholen konnten und kauften", erzählt Manfred Müser. Mittlerweile ist die Garage proppenvoll, der Verkauf der gut erhalten Bekleidungsstücke, Spiele, von Baby- und Kinderzubehör läuft hervorragend.
Anekdötchen haben die Müsers schon reichlich erlebt und auch viele Stammkunden gewonnen. Telefonate mit dem Frauenhaus zeigen den beiden, was dort fehlt. "Und wenn wir es gerade zufällig im Verkauf haben, bringen wir es zum SKF", berichtet Gisela Müser. Mit dem erwirtschafteten Geld konnte das Frauen- und Kinderschutzhaus diverse Projekte umsetzen, für die sonst kein Geld vorhanden wäre. So wurde unter anderem ein Küchenstudio eingerichtet, in dem die Bewohnerinnen gemeinsam kochen. "Das ist bürgerschaftliches Engagement, wie es im Buche steht", strahlt Quack, die den Müsers für ihren bislang geleisteten Einsatz jetzt mit der SKF-Vorsitzenden, Hildegard Föhr, und Vorstandsfrau Hildegard Frischling für ihre Unterstützung von Herzen dankte.