Kreis Viersen: BUND: Wo bleibt bei der Ballerei der Tierschutz?
zuletzt aktualisiert: 19.06.2009Kreis Viersen (RPO). Der BUND Kreis Viersen ist darüber entrüstet, dass der weitaus größte Teil des Damwild im Brachter Grenzwald (ehemaliges Depot) abgeschossen wird. Dabei gehe es weniger um eine Verquickung von "privaten Interessen eines Jagdpächters", der gleichzeitig Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung sei. Die Verantwortlichen in Kreisverwaltung und Politik müssten sich fragen lassen: "Wo bleibt bei dieser geplanten Ballerei der im Gesetz geregelte Tierschutz?", erklärt Geschäftsführer Horst Meister aus Viersen.
Zu klären sei, was die Untere Landschaftsbehörde und die Untere Jagdbehörde in fachlicher Hinsicht in der Vergangenheit taten, um die naturverträgliche Haltung von Damwild zu gewährleisten. Der BUND will auch wissen, wie die rein jagdlichen Interessen des Jagdpächters und WFG-Chefs Rolf Adolphs in der Kreisverwaltung bewertet wurden. "Was hat sie tatsächlich getan, die Belange des Tierschutzes zu garantieren?"
Es könne nicht angehen, eine Art Damwild-"Zucht" zuzulassen und dann Tiere verenden oder "bei einem fröhlichen Halali der Jägerschaft" abschießen zu lassen. Meister verlangt Auskunft darüber, die der "oberste Veterinär" des Kreises die Angelegenheit bewerte, welche Interessen die Kreisbehörde vertrete und wie der Landrat als ihr Chef zu den Vorgängen stehe. Ottmann müsse endlich Farbe bekennen. Der Kreistags wiederum müsse sich der Frage nach seiner Aufsicht- und Kontrollfunktion gefallen lassen. Kurz mal 1000 "Stück überschüssiges Wild" abzuschießen sei "mehr als zynisch und nicht Gesetzes-konform". Zu klären sei weiterhin die Rolle der Naturstiftung des Landes. Meister kritisiert auch, dass der Landschaftsbeirat, das Thema erst gar nicht beraten durfte.
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