Viersen: Butoh-Tanz mit Skulpturen
VON INGRID FLOCKEN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 19:00Viersen (RPO). 300 Gäste aus dem deutsch-niederländischen Grenzraum – aus Städten und Gemeinden aus dem ehemaligen Herzogtum Geldern – werden zum Gelderntag in Viersen erwartet. Auch eine Tanz-Performance ist geplant.
Der Nachmittag des Gelderntages gehört allein der Kunst: am kommenden Sonntag, 5. September, ab 17 Uhr, wird die Compagnie Danse Automatique unter Leitung von Harald Schulte die Besucher mit einer Tanzperformance durch die Skulpturensammlung im Park der Galerie führen.
Auftakt ist der "New Star" von Marc di Suvero, mit dem die vier Tänzer zu einer Gesamtskulptur verschmelzen. Wenn sie sich gelöst haben, ziehen sie zu jeweils zwei auf verschiedenen Wegen mit ihren Gruppen durch den Skulpturenpark, verweilen an einzelnen Werken und beziehen sie in ihre Tänze ein.
Der Tanzstil ist "Butoh", ein japanischer Ausdruckstanz aus den 1960er Jahren. Er war ein Tanz der Revolte auf dem Höhepunkt der antiamerikanischen Protestwelle in Japan. Während sich die Tänzer in den bekannten Stilen in auf einen Rhythmus und eine Fläche festgelegten Figuren und Formen bewegen, deutet Butoh an, dass Raum und Zeit erschaffen werden, indem ihre Beziehung zur Bewegung nicht eindeutig wird. Der Tanz gewinnt seine Bedeutung erst durch die individuelle Interpretation der Zuschauer.
Eintrittskarten
Vorverkauf Der Kartenvorverkauf in Viersen lief bislang schleppend. Deshalb hofft Dr. Albert Pauly vom Viersener Heimatverein, der den Gelderntag gemeinsam mit der Stadt organisiert, auf Kurzentschlossene.
Tickets Karten, auch für Einzelveranstaltungen des Gelderntages, gibt es im Vorverkauf bei der städtischen Kulturverwaltung, Viersen, Heimbachstraße 12, Ruf: 02162 101-466, oder in den Servicecentern der Stadt Viersen im Stadthaus am Rathausmarkt und im Verwaltungsgebäude an der Theodor-Frings-Allee 22 in Dülken.
Improvisation mit Jazz
Die Tänzer sind in der Regel weiß geschminkt, verlieren dadurch ihre Konturen und gewährleisten so, dass der Tanz nicht zu sehr von den Skulpturen ablenkt, sondern vielmehr in einer klaren Beziehung zu den Kunstwerken steht. In seiner Ausdruckskunst erinnert der Butoh-Tanz sehr der Improvisation im Jazz. Die Aufgabe ist für alle gleich, doch jeder Tänzer drückt mit seinem Körper etwas aus, das jeder Gast anders sieht. Erst in der Abschlussszene am "Kaspar" ertönt auch Musik.
Harald Schulte hat sich gemeinsam mit seinen Tänzern im Winter und im Sommer noch einmal die Skulpturen angesehen. Ihm imponiert diese private Sammlung von Kunstwerken und er möchte die Menschen durch seine Performance "Iati Iati" mitnehmen auf einem Weg durch Leiden und Leidenschaft. Und wenn die Gäste fasziniert sind von diesem Ausdruckstanz, lädt er sie ein zu seinen Jazzdance-Kursen bei der Kreisvolkshochschule Viersen.
Zur Erinnerung: Der Gelderntag findet zum 16. Mal – diesmal in Viersen – statt. Alt-Viersen gehörte im Mittelalter zum Herzogtum Geldern, während Dülken, Süchteln und Boisheim dem Herzog von Jülich-Kleve-Berg unterstanden. Der Gelderntag erinnert an die Verbundenheit Viersens zum Herzogtum. Rund 300 Gäste aus Städten und Gemeinden von Roermond bis Nijmwegen, von Erkelenz über Geldern bis nach Emmerich werden am kommenden Sonntag erwartet.
Die gemeinsame Geschichte steht an diesem Tag weniger im Vordergrund als vielmehr Kunst und Kultur. Bürgermeister Günter Thönnessen wird die Gäste um 9.45 Uhr offiziell in der Festhalle begrüßen.
Den ganzen Tag über wird es Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Alt-Viersen geben. Erinnert wird unter anderem an das Weberhandwerk, an den Schriftsteller Albert Vigoleis Thelen. Es gibt zum Beispiel ein Konzert im alten Stadtbad, eine Denkmalbesichtigung oder eine Märchenstunde.
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