Viersen: Chips für die Tonne
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 18.10.2008Viersen (RPO). Ab November werden in Nettetal die Mülltonnen mit einem kleinen Chip versehen. Der sorgt dafür, dass die Tonnen künftig einem Haushalt zugeordnet werden können. Dieses neue Ident-System startet am 1. Januar.
Die Stadt Nettetal regelt die Müllabfuhr ab dem kommenden Jahr gemeinsam mit der Nachbargemeinde Grefrath. Die Vorbereitungen laufen längst. In den nächsten Wochen werden die Mülltonnen mit einem kleinen Chip versehen. Das gehört zum neuen „Ident-System“. Was dahinter steckt? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Was passiert mit den Mülltonnen?
Ab Anfang November werden die Mülltonnen codiert. Alle grauen (Restmüll) und braunen (Biomüll) Tonnen erhalten dann einen Chip.
Warum werden die Tonnen codiert?
Ab dem 1. Januar 2009 wird bei der Müllabfuhr in Nettetal das so genannte „Ident-System“ eingeführt. Das bedeutet, jede Mülltonne kann in Zukunft eindeutig identifiziert und einem bestimmten Haushalt zugeordnet werden.
Insgesamt 23 000 Chips
Chips Insgesamt werden in Nettetal rund 23 000 Chips an den braunen und grauen Tonnen angebracht. Der Wert eines Chips beträgt drei Euro.
Tonnen Zu den bestehenden Größen 120, 240, 770 und 1100 Liter kommt eine 80-Liter-Tonne.
Termine Die Zeiträume für die Codierung starten jeweils montags. Bezirk 1: ab 3. November, Bezirk 2: ab 17. November, Bezirk 3: ab 1. Dezember, Bezirk 4: ab 15. Dezember.
Wann wird meine Tonne codiert?
Das hängt vom Bezirk ab, in dem man wohnt. Es gelten die gleichen Bezirke wie bei der Abfuhr der braunen Tonne. Begonnen wird ab dem 3. November mit dem 1. Bezirk. Dann geht es im Zwei-Wochen-Rhythmus mit den restlichen drei Bezirken weiter.
Was muss ich tun, damit die Tonne codiert wird?
Zum Stichtag (siehe Info-Kasten) müssen die Tonnen an der Straße stehen. „Sie sollten aber eindeutig der jeweiligen Hausnummer zuzuordnen sein“, sagt Wilfried Gossen, Betriebsleiter der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN). Am besten die Tonne mit einem wasserfesten Stift oder einem Zettel auf dem Deckel markieren.
Wie erkenne ich, ob meine Tonne codiert wurde?
Ist die Tonne codiert, ist das Loch in der Schürze deutlich verschlossen. Außerdem klebt ein Aufkleber auf dem Deckel. Der ist mit einem Strichcode und den Abkürzungen der Straße versehen. Außerdem ist die Hausnummer und bei Bedarf die Tonnennummer vermerkt. Der Aufkleber wird für die spätere Identifizierung nicht mehr benötigt. So lange die Tonne nicht codiert ist, sollte sie weiter draußen stehen.
Was wird gespeichert?
Auf dem Chip ist in codierter Form die Straße und Hausnummer vermerkt. Sollten mehrere Tonnen einer Sorte auf einem Grundstück stehen, wird zusätzlich eine Tonnennummer vermerkt.
Wie erkennt das System, dass die Tonne geleert wurde?
Wenn die Tonne vom Müllfahrzeug aufgenommen wird, strahlt eine Antenne den Chip an. Eine Leseeinheit liest den Code. Damit ist die Leerung der Tonne „gezählt“.
Was genau wird registriert?
„Das System nimmt nur eine Zählung der Leerungen vor“, sagt Bürgermeister Christian Wagner. Gewicht oder Volumen der Tonne werden nicht gemessen.
Was passiert mit den Daten?
Am Ende der Leerungstour gibt der Fahrer die Speichereinheit in der EGN-Verwaltung ab. Dort werden die Daten elektronisch ausgelesen. „Erst zur Erstellung des Gebührenbescheides werden im Rathaus die Daten der codierten Tonnen mit dem Namen des Grundstückseigentümers zusammengeführt“, erklärt Wagner.
Ändern sich damit die Gebühren?
Noch nicht. Die Stadt will erst einmal Erfahrungen mit dem System sammeln und erst im Folgejahr die Gebühren entsprechend anpassen.
Profitiere ich davon?
Das System soll Anreize schaffen zur Mülltrennung oder -vermeidung. Man rechnet damit, dass die Gebühren um 12,5 Prozent sinken.
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