Brüggen: Cremeschnittchen zum Fahren
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Brüggen (RPO). Zum 25-jährigen Bestehen des R4-Clubs Viersen gab es eine Premiere: Gemeinsam mit dem Renault Oldie-Club Viersen stellte man beim Brachter Renault-Autohaus Schouren den R4 und seine Freunde in den Mittelpunkt.
"Das ist das erste Fahrzeug, das Renault nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut hat: der R4 CV, auch Cremeschnittchen genannt", erzählt Erwin Karner. Was es mit diesem Spitznamen auf sich hat, darüber klärt der Vorsitzende des Renault Oldie-Clubs Viersen auf: Louis Renault erhielt nach dem Krieg viel Farbe vom Militär – und die war cremefarben. Also gingen die ersten rund 5000 Wagen in der hellen Farbe vom Band – daher der niedliche Name für den 21 PS starken kleinen Wagen.
Doch nicht nur der R4 CV zieht beim Treffen der Renault-Freunde die Blicke auf sich. Auf dem Gelände des Brachter Renault-Autohauses Schouren wimmelt es von alten Schätzchen dieser Marke. Ob der Renault Dauphine in der Rallye-Variante mit blauen Streifen auf dem grauen Lack, der R8, der R6, der R12 (auch liebvoll "Opa-Auto" genannt), der sportliche Alpine, der als "Dickschiff" bekannte R30 oder die ganze Palette von R 4, die dicht an dicht nebeneinander stehen – die französische Automarke bestimmt das Bild.
Ansprechpartner
Weitere Auskünfte über den Renault Oldie Club Viersen gibt es im Internet unter www.renaultoldieclub-viersen.de bzw. beim Vorsitzenden Erwin Karner, Tel. 02153 6707.
Ansprechpartner für den R4 Club Viersen 1985 ist dessen Vorsitzender Wolfgang Ludwig, Tel. 06081 585983 bzw. der Ehrenvorsitzende Wolfgang Kaum, Tel. 02162 18515.
Mehr Autos, mehr Vergnügen
Zum ersten Mal luden der Renault Oldie-Club Viersen und der R4-Club Viersen gemeinsam zu einem großen Treffen ein. Für erstere war es das "normale" Oldietreffen, das 22. seiner Art, und für letztgenannte das Jubiläumstreffen, denn der R4-Club feiert sein 25-jähriges Bestehen. Dass das diesmal auf dem Gelände des Autohauses stattfand, war kein Zufall. "Ich bin Mitglied im Oldie-Club. Wolfgang Kaum von den R4-Freunden sprach mich an und es entstand die Idee, ein gemeinsames Treffen auf die Beine zu stellen, getreu dem Motto ,Mehr Autos, mehr Besucher, mehr Vergnügen'", verrät Bernd Schouren. Es sei ja gerade das Schöne, andere Menschen zu treffen, die das gleich Faible haben, so Karner.
An Fachsimpelei fehlt es daher nicht. Motorhauben werden geöffnet, der Front- bzw. Heckantrieb begutachtet, Erfahrungen über Restaurierungen ausgetauscht oder von gemeinsamen Touren geschwärmt. So ist Eddy Hermans aus Belgien in seinem Renault Elf nicht alleine angereist. Den Besuch des Treffens in Bracht hat man gleich als Ausflug zusammen mit fünf anderen Wagen gemacht. "Wir sind alle im Alpine Club Limburg", informiert der Belgier.
Bei den ebenfalls angereisten Ersatzteilhändlern haben sich die ersten Interessierten eingefunden. Für Ersatzteile gibt es ein Netz, das sich über ganz Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich zieht. Ganze Kisten mit Ersatzteilen, auf denen in dicken Buchstaben das jeweilige Modell prangt, haben die Händler mitgebracht. Radbremszylinder, Rücklichtgläser, ja sogar Türen und Stoßstangen sind zu finden, die von den Sammlern begutachtet werden.
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