Brüggen: Criens blieb bis zum Jubiläum
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Brüggen (RPO). 1910 gründete sich der Sportverein Jungblut Born. Franz-Heinrich Hoeveler, geboren 1926, spielte mit 20 Jahren bei dem Verein. Er erinnert sich: Borner Kinder kickten mit allem, was rund war, aber in Holzschuhen.
Der 84-jährige Franz-Heinrich Hoeveler, der nun 64 Jahre Jungblut angehört, erinnert sich: "Ich spielte halb-rechts. Während des Krieges war die DJK verboten. Danach war ich um die 20 Jahre alt. Mein eigentliches Hobby war Segelfliegen, das ich mit 14 Jahren in Brüggen begann", erzählt er. "Wir Kinder spielten Fußball auf dem Marktplatz, auf der Straße und oben bei Strötges. Wir nahmen als Ball eine aufgeblasene Schweinsblase."
Erst Andacht mit Pastor Schmelzer
Vor dem Krieg hatte Jungblut Born schon gute Spieler, sagt Hoeveler. "Nachmittags waren die Fußballspiele. Wenn es um den Klassenaufstieg ging und gutes Wetter war, hatten wir ein Fass Bier parat." Ein Förderer der DJK war Pastor Schmelzer, der die Spiele besuchte. Aber vorher mussten die Jungs zur Andacht. "Wir gingen nicht dorthin, sondern zum Fußballplatz, wo heute die Hühnerfarm von Mrasek ist. Wir standen nicht direkt am Platz. Da fiel es auf, dass wir die Andacht geschwänzt hatten. Wir legten uns hinter Ginster in eine kleine Kuhle. Und plötzlich kam Pastor Schmelzer und scheuchte uns auf. Am nächsten Tag bekamen wir in der Schule eine Strafe."
Festwoche
Freitag, 6. August: Festbankett, 20 Uhr, Pfarrheim Born
Samstag, 7. August: Dorfmeisterschaft, Heinz-Wolf-Gedächtnis-Turnier, Sportzentrum Vennberg, 14 Uhr, 15 Uhr Autogrammstunde mit Borussen-Maskottchen "Jünter", abends Siegerehrung, blau-weiße Nacht, Band "Herr Rossi"
Sonntag, 8. August: 9.45 Uhr hl. Messe in St. Peter Born, dann musikalischer Frühschoppen rund um den Borner Dorfplatz mit dem Borner Spielmannszug und der Jugendband Diversity mit Borner Jungs; Freestyle-Demonstrationen mit Skateboardern (mit Bornern); 1. Brüggener Gemeindemeisterschaften im Boule, Spielplatz, 11 Uhr; Ausstellung im Pfarrheim "100 Jahre Jungblut Born", Heimatfreunde St. Peter, Kaffee/ Kuchen.
Die Borner Jugend spielte oft auf der Straße, plaudert Hoeveler. "Blau-Weiß ist die Farbe von Jungblut Born. Wolle wurde noch selbst gesponnen. Die Stutzen wurden von unseren Eltern oder von uns selber gestrickt. Fußballschuhe waren knapp. Wir spielten teilweise nur mit einem Fußballschuh, je nachdem, ob wir links oder rechts spielten", berichtet er weiter. "Der andere Fuß steckte in einem normalen Schuh." Die Reserve spielte meist morgens. "Die Fußballschuhe wurden ausgeliehen und mittags an die erste Mannschaft abgegeben", schildert er. Die ersten Fußballschuhe bekam er von dem Fabrikanten Wilhelm Kerren: "Ich hatte mich in den Wagen meines Vaters geschmuggelt, der dort zu tun hatte. Diese Schuhe wurden ebenfalls ausgeliehen, nachdem ich wegging, bekam sie Erwin Nasarzewski." Jungblut sorgte zuletzt mit seinem Trainer und Ex-Borussen Hans-Jörg Criens für Furore, der vier Jahre in der Kreisliga B für die Borner als Spieler und Trainer aktiv war. "Er hat sein Wort gehalten, bis zum 100-Jährigen bei uns als Trainer zu arbeiten. Er hätte von seiner Qualifikation her ja auch einen Bundesligaverein trainieren können", hebt Jungblut-Vorsitzender Helmut Stoffers hervor.
Die Borner standen zuletzt vor einer Zerreißprobe, ob sie überhaupt noch eine erste Mannschaft stellen könnten. Das Blatt wendete sich: Eine komplette Mannschaft aus Nettetal meldete sich an. Der neue Trainer Harald Heinrichs ist zuversichtlich: "Wir, die Mannschaft und ich als Trainer, wollen nicht nur in der Kreisliga B bleiben, nein wir wollen auch versuchen, in der neuen Saison mit viel Schwung und Fleiß den guten Tabellenplatz der letzten Saison mindestens zu halten. Ich freue mich als Trainer auf diese neue Aufgabe. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die einiges erreichen kann. Klar ist, dass dies nicht von heute auf morgen passieren kann, aber wir wollen uns ständig verbessern und mit viel Arbeit die Erwartungen erfüllen."
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