Viersen: D'r Zoch kütt!
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 18.02.2009Viersen (RPO). Am Tulpensonntag steht ganz Kaldenkirchen Kopf: 2200 Närrinnen und Narren formieren sich zum jecken Lindwurm, der sich durch die gesamte Stadt schlängelt. Der Zug hat eine Länge von 1,5 Kilometern. Erstmals geht's nicht ab Buschstraße los.
Kaldenkirchen Arbeitsreiche Wochen liegen hinter Roland-Peter Brüster-Schmitz und Reimund Nothen. Der Geschäftsführer und der erste Vorsitzende des Kaldenkirchener Karnevalsvereins (KKV) sind dafür verantwortlich, dass der Zoch am Tulpensonntag tatsächlich durch Kaldenkirchen zieht und auch in der richtigen Zusammensetzung.
Jede Menge Sonderwünsche
Das ist keine leichte Aufgabe, sagt Brüster-Schmitz. "Die Teilnehmer haben jede Menge Sonderwünsche." Die eine Gruppe möchte dort sein, wo das Leben tobt und trötet – am liebsten hinter einer Blaskapelle. Die andere Fußgruppe mag hingegen nicht so nah an Lautsprecher bewehrten Wagen durch Kaldenkirchen ziehen. Und dann gibt es jene, die gern in enger Nachbarschaft mit einer befreundeten Truppe den Zoch bereichern möchten. "In den vergangenen drei Wochen haben wir täglich zusammengesessen, um das zu regeln", sagt Brüster-Schmitz. Schließlich sollen auch nicht fünf Kapellen hintereinander marschieren.
Zugweg
Aufstellung Am Panneschopp, Bürdestraße, Südliche Wambacher Straße, Ravenstraße
Zugweg Ravenstraße, Ringstraße, Jahnstraße, Van-Alpen-Straße, Vennstraße, Venloer Straße, Wallstraße, Bahnhofstraße, Kanalstraße, Entenpfad, Königspfad, Klostergasse, Kehrstraße
Auflösung Kölner Straße, Friedrichstraße
Inzwischen ist die Zugfolge für die 99 Gruppen festgelegt. Den Auftakt und auch den Schluss bildet der KKV – als erstes fährt ein Motivwagen, den Abschluss machen das Stadt-Prinzenpaar Thomas II. und Vera I. der Löther Rieser auf einem KKV-Wagen. Dazwischen laufen und fahren Jecke aus allen Nettetaler Stadtteilen. Von den Karnevalsgesellschaften über Schulen, Freundeskreise bis hin zu Schützen und Pfadfindern reicht die Bandbreite. Auch aus Bracht, Boisheim und Schwalmtal laufen Aktive mit. "Es sind zudem zehn bis zwölf neue Gruppen dabei."
Gesehen hat er sie alle schon, die witzigen, skurrilen, ausgefallenen Kostümierungen und die Ideen der Wagenbauer. Aber verraten wird nix – das ist Ehrensache. Nur so viel geht Roland-Peter Brüster-Schmitz über die Lippen: "Es wird farbenfroh." Wie viele Zuschauer kommen, darüber mag Brüster-Schmitz nicht spekulieren. "Wir gehen davon aus, dass die Straßen total zu sein werden", sagt er. Auch die Frage, wie viel Tonnen Wurfmaterial am Sonntag unter die Leute gebracht werden sollen, bleibt leider ungeklärt: "Jede Gruppe deckt sich selbst ein", so Brüster-Schmitz. Auf jeden Fall soll es nicht nur Kamelle regnen, sondern auch Bälle und Frisbees. Echte Tropfen aber nach Möglichkeit nicht. Die Jecken hoffen auf trockenes Wetter und auf ein wenig Sonnenschein.
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