Nettetal: Dalai Lama dankt Somedi
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Nettetal (RPO). 73 Rollstühle für beinamputierte Flüchtlinge aus Tibet finanzierte der Leuther Verein Somedi im vergangenen Jahr. Die schnelle und unbürokratische Hilfe findet auch die Anerkennung des geistigen Oberhaupts der Tibeter.
Leuth Im Auftrag des Dalai Lama bedankt sich jetzt für schnelle und unbürokratische Hilfe aus Leuth beim Verein Somedi Mahendra G. Mehta, Vorsitzender des indischen Ratna Nidhi Charitable Trust (RNCT). So finanzierte Somedi seit Oktober des vergangenen Jahres 73 Rollstühle für beinamputierte Tibet-Flüchtlinge.
Vom 18. bis 23.Oktober 2008 wurde im Dorf Leh in der schwer zugänglichen Grenzregion Ladakh ein „Mobility Camp for the Handicaped“ mit Hilfe von Somedi durchgeführt. Beteiligt waren daran Ratna Nidhi Charitable Trust sowie die tibetische Exilregierung.
Nach neuerlichen Unruhen und der blutigen Unterdrückung durch die chinesische Regierung verlassen weiterhin zahllose Tibeter ihre Heimat. Sie kommen nach oft monatelanger Wanderung über die unwegsamen Berge stark geschwächt, manche verletzt und mit Erfrierungen in Leh in Indien an. „Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Menschen barfuß in Ladakh ankommen. Geschwächte Menschen tragen Kranke und Behinderte“, berichtete Somedi-Vorsitzender Dr. Ramesh Modi.
Somedi
Verein Somedi wurde 1981 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, medizinische Geräte, Medikamente, Grundnahrungsmittel und Kleidung zu beschaffen.
Mobility Camp In der Grenzregion zu Tibet gab es 2007 erstmals und auch im vergangenen Jahr ein von Somedi unterstütztes mobiles Hilfscamp.
„Mobility Camps“ für Ladakh
Der Verein für sozial-medizinische Hilfe engagiert sich seit dem Jahr 2007 für die Finanzierung des „Mobility Camps für Ladakh“. Der Dalai Lama setzt sich für das Camp ein, in dem geflüchtete Tibeter unterstützt werden. Vielen von ihnen müssen Gliedmaßen amputiert werden, weil sie schwerste Erfrierungen erlitten haben. Gleichzeitig lernen junge Männer, wie aus einfachen Mitteln Beinprothesen gefertigt werden. Der dort entwickelte „Jaipoor Foot“ sei einfach herzustellen und gut zu tragen, berichtete Modi.
Das 3500 Meter hoch gelegene Ladakh ist nur zwischen April und September auf dem Landweg zu erreichen. Für das Camp werden drei Monate Vorlaufzeit benötigt. Es ist das bittere Ergebnis einer jahrzehntelangen Unterdrückung der Tibeter durch die Volksrepublik China, die gezielt immer mehr Chinesen nach Tibet umsiedelt. Die meisten Staaten scheuen die Auseinandersetzung mit dem wirtschaftlich so wichtigen China. Auch Indien ist sehr zurückhaltend. Dem Dalai Lama wird die Reisegenehmigung für Ladakh seit Jahren verweigert, weil man den Ärger der Chinesen fürchtet.
Freude über die Beinprothese
Für Modi steht fest, dass unabhängig davon den flüchtenden Tibetern geholfen werden muss. So reisen Mitglieder von Somedi auf eigene Kosten regelmäßig nach Indien, um sich über die Effektivität der Hilfen zu unterrichten. Modi war gerade erst in Indien. Es sei erstaunlich, wie schnell Menschen mit den schlichten Prothesen laufen können. „Ich erlebte, wie ein junger Mann auf Krücken kam – und noch am gleichen Tag ohne fremde Hilfe mit seiner Beinprothese laufen konnte. Er lachte und freute sich.“
Eine Spende über 41 Euro reicht, um einen Rollstuhl zu bauen.
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