Viersen: Das Kennenlernen fördern
VON SANDRA BROUWERS - zuletzt aktualisiert: 27.10.2008Viersen (RPO). Die katholische Frauengemeinschaft St. Sebastian und der Kreis „Frauen für Frauen“ der evangelischen Gemeinde Lobberich-Hinsbeck haben ein Frühstück im Pfarrheim zum Austausch mit muslimischen Frauen genutzt.
lobberich Ein buntes Treiben herrscht im Pfarrheim. Teller werden verteilt, Joghurt, Brot und Obstsalat herein getragen. „Da kommen die ersten“, schallt es aus einer Ecke. Einige Frauen betreten den Raum und werden freudestrahlend begrüßt. Es ist Samstagvormittag im katholischen Pfarrheim „Die Brücke“ in Lobberich. Die Frauengemeinschaft an St. Sebastian und der Kreis „Frauen für Frauen“ der evangelischen Gemeinde Lobberich-Hinsbeck haben zum Frühstück mit muslimischen Frauen eingeladen. „Wir möchten hier die Möglichkeit schaffen, dass sich die Frauen in netter Umgebung kennen lernen können und dass man mehr von der anderen Kultur erfährt“, sagt Renate Engelke von der evangelischen Kirchengemeinde.
Ein eigenes Netzwerk
Statistik Von den 43 000 Einwohnern Nettetals kommen 5000 aus einem anderen Land. 1300 Bürger haben türkische Wurzeln.
Netzwerk Seit dem vergangenen Jahr gibt es in Nettetal das „Netzwerk Integration“.
Beauftragter Alfred Kröckert, % 02153 8985015, E-Mail: alfred.kroeckert@nettetal.de ist der Integrationsbeauftragte der Stadt Nettetal.
So treffen sich insgesamt rund 40 Frauen aus dem Raum Nettetal und Grefrath. „Wir haben uns immer bemüht, mit den Deutschen zusammen zu sein und den Kontakt zu fördern“, sagt Gülsen Karahan, die sich für die Moschee in Lobberich engagiert. „Wir versuchen, den Jugendlichen ein Vorbild zu sein, denn gerade bei dieser Generation, die oft schon in Deutschland geboren ist, gibt es Probleme.“
Tolle Süßspeisen
Obwohl die Jugendlichen meist perfekt Deutsch sprechen können, suchen sie dennoch eher die Nähe zu anderen Muslimen. Genau diesem Verhalten möchten die Gemeinden und die muslimischen Mitbürgerinnen entgegenwirken. Beim Frühstück können Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausgetauscht werden. „ Ich finde diese türkischen Süßspeisen so toll“, hört man einem Tisch. Sofort werden dem deutschen Gast zahlreiche muslimische Speisen erklärt.
In diesem Rahmen wurde auch das Frühstücksbuffet angepasst: „Bei der Wurst haben wir extra darauf geachtet, dass kein Schweinefleisch dabei ist, da dies bei den Muslimen nicht erlaubt ist“, erklärt Anne Sagel von der katholischen Frauengemeinde.
Auch der Termin des gemeinsamen Frühstücks wurde extra auf Ende Oktober festgelegt: Zunächst war das Treffen einige Wochen früher geplant. Ein möglicher Termin lag dadurch jedoch mitten im Fastenmonat Ramadan. Kurz entschlossen wurde das Frühstück deshalb nach hinten verschoben. „Wir erhoffen uns von diesem Frühstück, dass Berührungsängste abgebaut werden“, so Anne Sagel.
Rezepte ausgetauscht
Die zum Teil ausgelassenen Gespräche demonstrieren das erfolgreich: Kochrezepte werden ausgetauscht, Familiengeschichten gegenseitig erzählt oder über die Gemeinde geredet. „Wir wollen versuchen, dieses Frühstück von nun an regelmäßig einmal im Jahr zu machen“, sagt Renate Engelke. Dabei soll das Treffen abwechselnd in den Pfarrheimen und in der Moschee veranstaltet werden.
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