Viersen: Das Stundenplan-Puzzle
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 06.08.2008Viersen (RPO). Damit zum Schulstart am Montag Schüler und Lehrer ihre Stundenpläne in der Hand halten können, müssen manche Lehrer die Sommerferien verkürzen. Am Werner-Jaeger-Gymnasium dauert die Erstellung des Plans mehrere Tage.
Plan für 1050 Schüler
Werner-Jaeger-Gymnasium Der Stundenplan wird für rund 1050 Schüler und 60 Lehrer erstellt.
Neue Kollegen Drei neue Lehrer müssen in den Stundenplan eingearbeitet werden.
Team Gerhard Güthoff, Hartmut Esser und Klemens Traut übernehmen die Stundenplan-Erstellung seit einigen Jahren.
Dauer Alles in allem dauert es mehrere Tage, bis der Stundenplan endgültig fertig ist.
lobberich Die Mathematiker sind unter sich. Das scheint beim Blick auf das Computerprogramm, die vielen Abkürzungen und Zahlen angemessen zu sein. Gerhard Güthoff sitzt vor dem Rechner, tippt und klickt sich durch das spezielle Programm. Er ist Lehrer für Mathe, Physik und Informatik. Hartmut Esser, stellvertretender Schulleiter am Werner-Jaeger-Gymnasium, weist die gleiche Fächerkombination auf. Die beiden sitzen in Essers Büro direkt neben dem Sekretariat.
Am Montag startet das neue Schuljahr. Und die beiden sorgen dafür, dass sowohl ihre Kollegen als auch die Schüler dann ihr künftiges Wochenpensum auf einen Blick bekommen. „Wer damit nichts zu tun hat, wird sich nur schwer etwas darunter vorstellen können, was es heißt, einen Stundenplan zu erstellen“, sagt Esser.
Wer, welche Klasse, wie oft?
Die beiden sind zunächst auf die Arbeit der Schulleiterin Elisabeth Ponzelar-Warter angewiesen. „Sie sorgt für die Unterrichtsverteilung“, erzählt Esser. Es wird festgelegt, welcher Lehrer, welche Klasse, in welchem Fach, wie oft in der Woche unterrichtet – mit einer Einschränkung: „25,5 Wochenstunden sind pro Lehrer am Gymnasium maximal erlaubt“, erklärt Esser.
Parallel dazu hat der Oberstufenkoordinator Klemens Traut – auch ein Mathematiker – zu tun. Er legt alle in der Oberstufe angebotenen Kurse in Blöcken zusammen, die parallel stattfinden dürfen. Berücksichtigen muss er dabei die Kurswahl der Schüler. „Wir sind bemüht, dass möglichst viele Kurse angeboten werden“, sagt Gerhard Güthoff. Das bedeutet für die Schüler schon einmal größere Lücken im Stundenplan.
Liegen Unterrichtsverteilung und Oberstufenblockung vor, beginnt die Arbeit am Computer. Neun Stunden füttern Güthoff und Esser den Rechner mit den Unterrichtsdaten und einigen Vorgaben, die der Computer zu berücksichtigen hat. „Wenn ein Kollege freitags zu Fortbildungen muss, wird das ebenso eingegeben, wie wenn eine Klasse donnerstags in der siebten und achten Stunden wegen einer AG keinen Unterricht haben kann“, veranschaulicht Esser. 14 Stunden braucht der Computer dann, um aus den Vorgaben einen Stundenplan zu erstellen – wenn es überhaupt möglich ist. „Ansonsten nehmen wir einige Vorgaben zurück, damit der Computer mehr Spielraum hat“, erklärt Esser.
Der fertige Stundenplan wird dann noch einmal gründlich geprüft. „Sonst passiert es, dass der Sportunterricht im Chemieraum stattfinden soll“, sagt Esser. Ihre Kollegen bekommen den Plan morgen, die Schüler am Montag. Und Esser, Güthoff und Traut haben dann bis zum neuen Halbjahr erstmal genug von Stundenplänen.
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