Viersen: Das Trockenholz geht aus
VON ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 23.01.2009Viersen (RPO). Heizen mit Holz liegt im Trend. Die Nachfrage nach Brennholz ist so stark angestiegen, dass in der gesamten Region direkt verfeuerbares Trockenholz rar wird. Wer heute mit Holz heizen will, braucht ein eigenes Lager.
Das Trockenholz wird knapp. Wer jetzt noch mit Holz heizen will, muss einen eigenen Vorrat angelegt haben. In Viersen ist feuerfertiges Holz aus, die Bestände sind aufgekauft. Und auch in der Region liegt kaum noch etwas auf Lager. Die Nachfrage ist groß.
Forstwirt Hubert Jöpen aus Schwalmtal kommt gar nicht mehr dazu, das Holz trocknen zu lassen. "Die Leute reißen mir das Brennholz so schnell aus der Hand. Ich komme gar nicht dazu, es lange zu lagern", sagt er. Zwei Monate muss der Kunde das Holz, das Hubert Jöpen zurzeit verkauft, liegen lassen. Vorher darf es nicht verbrannt werden. Laut Gesetz muss der Feuchtigkeitsanteil unter 20 Prozent liegen, damit das Holz verheizt werden darf. Denn ansonsten bilden sich giftige Stoffe, zum Beispiel Teere.
Holzpreise
Die Preise für Holz variieren sehr stark. Zunächst kommt es darauf an, wie trocken das Holz beim Kauf ist. Außerdem kostet bereits in Scheite zersägtes Holz mehr als Stämme, die der Käufer selbst zerlegen muss. Entscheidend für den Preis ist außerdem, um welche Baumart es sich handelt. Buche brennt besser, produziert weniger Asche, und ist daher teurer.
Holzpreis hängt vom Öl ab
Dass Holz dennoch im Trend liegt, hat mit dem gestiegenen Erdölpreis zu tun. Das Regionalforstamt Niederrhein verkauft seit 2000 gefällte Baumstämme am Wegesrand, die die Käufer selbst zerkleinern müssen. Laut Forstamtsleiter Otto Pöll legte der Absatz jedes Jahr um 30 bis 40 Prozent zu. "Jetzt, als der Ölpreis gefallen ist, haben wir das auch gemerkt", sagt er. Die Nachfrage sank ein wenig.
Das spürte auch Rainer Kammann vom Forstamt Viersen. Trotzdem kauft ihm seine Stammkundschaft das Holz immer noch unter den Händen weg. "Wer Holz will, muss darauf zwei Jahre warten. Und neue Kunden kann ich auch nicht aufnehmen", sagt er. Dabei verkaufen er und seine Mitarbeiterin Rebecca Lamersdorf nur frisches Holz, das die Leute selbst mit der Motorsäge schneiden und lagern müssen.
Heizen mit Holz lohnt sich eben noch im Vergleich mit Heizöl noch immer. Ein Raummeter Holz bringt so viel Energie wie 200 Liter Heizöl. Ein Raummeter Buchenholz kosten bei Hubert Jöpen 62 Euro. 200 Liter Heizöl kosten etwa 110 Euro. Allerdings muss der Käufer von Hubert Jöpens Holz vor der Verbrennung eben auch noch zwei Monate trocknen lassen. Dafür braucht es eine eigene Lagerfläche.
Außerdem dürfen die Scheite auch nicht unablässig in jeden Kamin geworfen werden. Offene Kamine zum Beispiel dürfen laut Bundesimmissionsschutzgesetz nur "gelegentlich" genutzt werden, damit die Nachbarn nicht übermäßig belastet werden. Solche offenen Kamine gelten als "Zusatzfeuerstelle", sagt Bezirksschornsteinfeger Oskar Hollenbenders. Das treffe zwar auch auf so manchen verglasten Kamin zu. "Doch so genau schaut da keiner drauf, ob das Gesetz eingehalten wird." Bei vielen brennt der Kamin durchgehend.
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