Viersen: Daten-Skandal aufgedeckt
zuletzt aktualisiert: 12.08.2008 - 15:25Viersen ist offenbar Ursprung eines großen Skandals. Callcenter sollen die Bankdaten Tausender Menschen missbraucht haben. Es sei eine CD mit mehr als 17 000 Datensätzen aufgetaucht, teilte die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel mit. Die CD enthalte neben den Namen, Geburtsdatum, Telefonnummer und Adresse auch die kompletten Bankdaten. Die Daten sollen von einer Firma in Viersen an andere Unternehmen verkauft worden sein.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale könnten sie in Zusammenhang mit einer Reihe von Betrugsfällen in den vergangenen Tagen stehen. Danach hätten unter anderem als Lottogesellschaften getarnte Firmen über Callcenter Tausende Verbraucher angerufen und in mehreren Fällen ohne Einzugserlaubnis Geld von deren Bankkonten abgebucht.
"Uns sind die ersten Fälle bekannt, in denen von Konten der betroffenen Verbraucher abgebucht wurde, obwohl diese unmissverständlich jegliche Teilnahme an einem Glücksspiel ablehnten", sagte der Sprecher der Verbraucherzentrale, Thomas Hagen. Dennoch sollen laut "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) Beträge von rund 50 Euro monatlich abgebucht worden sein. Hagen warnte vor weiteren Missbrauchsfällen und rief die Bundesbürger auf, ihre Kontoauszüge genau zu prüfen.
Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, sprach gegenüber der "Bild"-Zeitung von einem "Riesen-Skandal". Der Verkauf von Datensätzen, auf denen sowohl Namen als auch Kontendaten gespeichert seien, habe "eine völlig neue Qualität". Die ULD habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Beamten der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach seien als zuständige Behörde über den Fall informiert worden.
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