Viersen: Der Baumeister von Lobberich
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 20.12.2008Viersen (RPO). Er baut sich die Welt, wie sie ihm gefällt: Stefan Hauertz ist passionierter Legobauer. Er besitzt 100 000 Steine, Raritäten und hübsche Kleinteile. Sein bisher größter Coup: der Nachbau des Krankenhauses.
Lobberich Über dem Eingang des Postgebäudes sitzt eine Fledermaus. Am helllichten Tag. In der ersten Etage sortieren Mitarbeiter Pakete. Auch im Erdgeschoss ist jede Menge los: Briefe werden aufgegeben, Briefmarken verkauft. Damit das Gewusel im Haus besser sichtbar wird, hat Stefan Hauertz das Dach abgenommen und hält es in der Hand. Auch die übrigen Etagen lassen sich separat lösen. Die Postangestellten und ihre Kunden stört das wenig: Sie sind aus Lego. Das Postgebäude ist es auch. Der Lobbericher hat es selbst kreiert. „Darin habe ich ein Stadthaus und einen Bahnhof verbaut“, erklärt er.
100 000 Steine
Rund um den Stein
Bausystem: Nicht alle Gebäude sind selbst kreiert. Gern greift Stefan Hauertz auf Lego-Bausätze zurück, die das Unternehmen extra für Erwachsene anbietet.
Nachwuchs: Nicht nur der neunjährige Lukas teilt die Lego-Leidenschaft seines Vaters. Sohn Elias (5) hat gerade sein erstes Legohaus fertig gestellt.
Das Bauen mit den bunten Steinen ist seit fünf Jahren die große Leidenschaft des 39-Jährigen. 100 000 Steine nennt Hauertz inzwischen sein Eigen – sehr zur Freude seiner Söhne Lukas (9) und Elias (5). Nicht so sehr zu der seiner Ehefrau Angelika. „Sie sagt immer, jetzt reicht’s aber“, erzählt Stefan Hauertz lachend.
Ihm reicht’s noch lange nicht. Der 39-Jährige plant, baut und kauft stetig neue Steine. Er verwaltet sein Sortiment mit einem speziellen Computerprogramm. „So weiß ich immer, welchen Stein ich in welcher Stückzahl vorrätig habe“, sagt er. 100 000 Steine hört sich gewaltig an. Stefan Hauertz gibt sich bescheiden: „Das ist wenig.“
So klingt ein souveräner Legobauer. Dabei fing alles so harmlos an. Als Sohn Lukas vier Jahre alt wurde, beschlossen Stefan und Angelika Hauertz, dass es an der Zeit wäre, den Kleinen ans kindliche Bau- und Spielgeschäft heranzuführen. Lego machte das Rennen vor Playmobil. Eine Entscheidung, über die Stefan Hauertz noch heute froh ist. „So habe ich für mich Lego wiederentdeckt.“ Nicht nur Lukas wurde fortan mit den bunten Steinen versorgt, sondern auch der Vater.
Der ist inzwischen in den Legoläden in Köln und Oberhausen sowie im Legoland Günzburg gern mit Lukas und Elias unterwegs, aber auch im Internet. Hier tummelt er sich als Mitglied einer großen Fangemeinde, nimmt an Wettbewerben teil, tauscht sich aus, sucht und findet Raritäten, die es für echte Dollar zu kaufen gibt. So kommt Hauertz auf immer neue Ideen. „Man kann alles bauen, was man möchte“, schwärmt der Lobbericher. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“
Farbton verhindert Alte Kirche
Sein bisher größer Coup: der Nachbau des Lobbericher Krankenhauses als Modell im Maßstab 1:200. „Erst wollte ich die Alte Kirche nachbauen“, so Hauertz. „Das ging aber nicht, weil es bei Lego nicht den richtigen Farbton gibt.“ Beim Krankenhaus – das auch Stefan Hauertz’ Arbeitsplatz ist – war alles viel einfacher, versichert er. „Es ist rechtwinklig und hat exakt die Farbe der Legobausteine“, sagt der Anästhesist. Das Modell ist im vierten Stock des Hospitals ausgestellt.
Es soll nicht das einzige Nettetaler Gebäude in Lego bleiben: Schon länger hat Stefan Hauertz die Idee, das Rathaus in Lego nachzubauen. Sohn Lukas freut sich schon drauf – er ist für die Details zuständig.
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