Viersen: Der Nettetaler Tafel fehlen Helfer und Geld
zuletzt aktualisiert: 19.08.2008Viersen (RPO). Kaldenkirchen (el) Die Rolli-Gruppe des Curanum-Seniorenzentrums Kaldenkirchen hat sich über die Arbeit der Nettetaler Tafel am Donkelsvennweg informiert. Dort hieß Schriftführerin Christel Hecker-Jaeger gut zwei Dutzend Besucher willkommen.
Im Augenblick plagen die Tafel einige Sorgen. Die gestiegenen Benzinpreise schlagen voll durch. Innerhalb weniger Jahre verdoppelte sich der Preis für eine Tankfüllung. Inzwischen gibt es die Tafel seit sieben Jahren in Nettetal. Leider fehlen in der operativen Arbeit Helfer, zumal die Arge die Ein-Euro-Jobber abgezogen hat. Geld für hauptamtliche Mitarbeiter habe die Tafel nicht. Spontan boten einige Besucher ihre Hilfe an, auch Bewohner des Seniorenzentrums, die sich noch so fit fühlen, dass sie Kleinigkeiten erledigen könnten.
281 Haushalte in der Liste
Der Tafel waren im Januar 281 Haushalte mit 711 Personen (417 Erwachsene, 294 Kinder) gemeldet. Darunter waren 98 Alleinstehende, 74 Familien oder Partnerschaften mit Kindern, 64 Alleinerziehende mit Kindern und 44 Familien oder Partnerschaften mit zwei oder mehr Erwachsenen. Auf die Stadtteile verteilt heißt das für Breyell-Speckerfeld: 103 Erwachsene und 60 Kinder, übriges Breyell 46 Erwachsene und 19 Kinder. In Hinsbeck sind es 24 Erwachsene und 13 Kinder; Kaldenkirchen 100 Erwachsene und 57 Kinder; Leuth jeweils vier Erwachsene und vier Kinder, Lobberich 113 Erwachsene und 104 Kinder; Schaag 27 Erwachsene und 37 Kinder.
Hemmschwellen
Der größte Teil der Kunden bezieht Arbeitslosengeld II (Hartz IV), etwa zehn Prozent sind Rentner mit geringer Rente. „Der Anstieg der Kundenzahl lässt sich nicht einfach mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Verbindung bringen. Vielmehr musste die Existenz der Tafel erst bekannt werden. Viele Menschen mussten zudem erst eine Hemmschwelle überwinden, um die Tafel in Anspruch zu nehmen“, sagte Frau Hecker-Jaeger.
Spürbar gestiegen sei zuletzt aber die Zahl der Rentner mit geringen finanziellen Möglichkeiten durch die Strukturreformen im Gesundheitswesen. Dies treffe in erster Linie Menschen mit chronischen Erkrankungen, weil sie hohe Arzneimittelkosten zu tragen hätten. Die Arge weist ihre Kunden ebenfalls gezielt auf die Tafel hin.
Nach Angaben des Vorsitzenden Hermann Hecker ist die Situation besonders schwierig für allein erziehende Mütter mit Kindern. Sie hätten es mit oder ohne Arbeit oft sehr schwer. Bei der Übernahme einer Arbeit würden ihnen häufig staatliche Leistungen gekürzt werden, so dass sich die finanzielle Situation kaum verbessere. Obendrauf kämen dann aber noch die Kosten für die Betreuung der Kinder.
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