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Kreis Viersen: "Der Zaun muss weg"

VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.10.2009

Kreis Viersen (RPO). Jagdpächter Rolf Adolphs weist alle Vorwürfe gegen sich zurück. Im Depot herrscht nach seinen Angaben seit Jahren ein Nahrungsnotstand für das Wild. Die Fütterung mit Fleischabfällen sei ihm untergeschoben worden.

Wehrt sich gegen alle Vorwürfe: Rolf Adolphs.  Foto: RPO
Wehrt sich gegen alle Vorwürfe: Rolf Adolphs. Foto: RPO

Rolf Adolphs hat gestern "als Privatmann, aber nicht als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft" (WFG) Vorwürfe gegen sich als Jagdpächter im Ex-Depot Bracht zurückgewiesen. Er füttere seit mehr als zehn Jahren das Wild dort und habe dazu das Recht. Allerdings habe er nie Fleisch- und Küchenabfälle gefüttert: "Seit Monaten ist eine Sauerei gegen mich im Gange. Es ist die Tat eines Einzelnen. Ich selbst habe die untere Jagdbehörde zu Kontrollen aufgefordert" erklärte Adolphs.

Die NRW-Stiftung wirft Adolphs fortgesetzte Verstöße gegen das Jagdrecht und den Naturschutz vor. Außerdem bedauert die Stiftung, dass ein Kooperationsvertrag über das Depot von der WFG blockiert werde. Das wirft die Frage auf, ob Adolphs private Interessen und berufliche Pflichten unzulässig miteinander vermischt.

Info

Daten zum Depot

Depot Grundbesitzer sind NRW-Stiftung und WFG, die Tonreserven und eine Feriendorffläche sichert. Es gibt fünf Jagdreviere.

Damwild Gehört nicht hierher, wurde aber von den Briten gehalten. Adolphs bestreitet die Zahl 1000, er vermutet auf dem Höhepunkt 700 Tiere. Etwa 400 davon wurden inzwischen geschossen.

Immer schon ein Jagdgatter

Adolphs bestreitet dies vehement. Im übrigen wüssten seit 1996 alle Beteiligten, dass das wegen des Damwilds eingezäunte Depot ein Jagdgatter sei. Da sehe auch die Obere Jagdaufsicht so. "Der Kreis hat eine andere Auffassung", fügte er hinzu. Der Landschaftsplan lasse Fütterungen nur in Notzeiten zu. "Die Feststellung einer Notzeit, obliegt allein dem Jagdausübungsberechtigten. Seit 1998 herrscht im Depot eine Notzeit, weil Nahrungsangebot und Wild nicht in der Balance sind. Ich füttere und setze fort, was vorher auch immer Praxis war: Das Wild wurde gefüttert."

Damwild in einem eingezäunten Gehege. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob das frühere Depot eingezäunt bleiben soll oder nicht. Fällt der Zaun, muss das Damwild weg. Foto: RPO

Adolphs wies gestern darauf hin, dass der Kreis ihm auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung erteilt habe. Unterschlagen worden sei wohl auch sein Antwortschreiben vom 13. Oktober an die NRW-Stiftung. Der Privatmann Adolphs will sich am Montag – er befindet sich auf Geschäftsreise – anwaltlich beraten. Auch die WFG werde rechtliche Schritte prüfen.

Die Überpopulation des Damwilds sei "nicht jagdlich verursacht", erklärt Adolphs weiter. "Die Stiftung hat das Damwild von Beginn an als billigen Rasenmäher hingenommen. Jetzt schiebt sie dem Jagdsausübungsberechtigten den ausgeuferten Bestand in die Schuhe." Es sei verabredet worden, einen stabilen Bestand aufzubauen, der sich optimal entwickeln sollte. "Mich jetzt in die erste Reihe zu schieben, ist eine bodenlose Schweinerei."

Als Abhilfe verlangt Adolphs die Beseitigung des Zauns. Das wäre das Ende des Damwilds. "Aber dann ist das Gatter weg, und die Ziele des Naturschutzes, die ich vielleicht sogar mehr mehr als andere verfolge, könnten umgesetzt werden. Ich habe mich jedenfalls nicht rechtswidrig verhalten." Er sei das Opfer der "Machenschaften eines Einzelnen, an die andere sich angehängt haben. Kann man demjenigen das Handwerk legen, wird sofort Ruhe eintreten".

Quelle: RP

 
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