Kreis Viersen: Die DB geht – Keolis kommt
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.12.2007Kreis Viersen (RPO). Die Deutsche Bahn hat den RE 13 zwischen Hamm und Venlo verloren. Ab Dezember 2009 bedient die private Gesellschaft Rhenus Keolis die Strecke. Videoüberwachung wird für mehr Sicherheit im Zug sorgen, sagt der VRR.
Für Pendler und Reisende ist der Regionalexpress (RE) 13 seit Jahren ein andauerndes Ärgernis. Verspätungen und komplette Zugausfälle sowie immer häufiger unliebsame Begegnungen mit randalierenden Fahrgästen, vor denen sich das hilflose Zugpersonal auch nur in Sicherheit bringen kann, haben das Vertrauen in die Deutsche Bahn AG schwer erschüttert. Spätestens ab Dezember 2009 soll sich das ändern: Die Mainzer Rhenus Keolis GmbH & Co. KG löst die DB AG auf der Strecke zwischen Hamm und Venlo ab. Spätestens dann soll der berüchtigte „Drogen-Express“ zwischen Mönchengladbach und Venlo seine Schrecken für Fahrgäste und Zugpersonal verlieren. Insgesamt soll die Fahrt auf der Linie für die Kunden des Verkehrsverbundes aber auch wesentlich komfortabler werden.
Schienennahverkehr
RE 13 Der Regional-Express 13 bedient die Strecke Venlo-Viersen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Hamm.
Keolis ist weltweit in neun Ländern aktiv, als „eurobahn“ im Raum Bielefeld. Keolis ist das sechste Bahnunternehmen im Auftrag des VRR. www.keolis.de
VRR Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bündeln die Kreise und kreisfreien Städten zwischen Hagen und Mönchengladbach ihre Interessen. www.vrr.de
Moderner und schneller
„Der VRR hat bei seiner Ausschreibung für die Linie RE 13 explizit darauf hingewiesen, dass es vor allem zwischen Viersen und Venlo erhöhten Sicherheitsbedarf gibt. Rhenus Keolis hat darauf entsprechend reagiert“, erklärt der Verkehrsverbund auf Anfrage der RP. Fahren wird das Unternehmen mit Neufahrzeugen des Typs „Flirt“. Sie seien „auch wesentlich weniger reparaturanfällig als die in die Jahre gekommenen Züge, die momentan noch fahren. Dadurch wird die Zugausfallquote, davon gehen wir jedenfalls aus, deutlich sinken“. erklärte ein Sprecher. Die Züge seien nicht nur technisch moderner, sondern auch schneller. Sollte es keine Störungen im Netz geben, werde sich die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit spürbar verbessern.
Hinsichtlich der Sicherheit verfügen die Rhenus Keolis-Fahrzeuge über eine durchgängige Videoüberwachung, zwischen Viersen und Venlo sollen „bei Bedarf und zu sicherheitsrelevanten Zeiten“ Zwei-Mann-Teams als Begleitpersonal eingesetzt werden. Sowohl Videoanlagen als auch zusätzliches Personal werden nach Einschätzung des VRR das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste steigern und die Hemmschwelle unter potenziellen Tätern erhöhen. Zugbegleiter seien künftig nicht mehr auf sich allein gestellt oder abhängig von der Beherztheit anderer Fahrgäste. In den neuen Zügen befinden sich Notrufeinrichtungen, über die Fahrgäste direkt Kontakt zum Zugführer bekommen. Er kann dann bei Bedarf Bundespolizei zur nächsten Haltestelle dirigieren. Die neuen Wagen sind außerdem durchgehend einsehbar. Es gibt keine Abteile und keine sichtbehindernden Zwischentüren.
Rhenus Keolis wird in den kommenden zwei Jahren auf verschiedenen Strecken in Nordrhein-Westfalen insgesamt 43 neue Triebwagen einsetzen. In Hamm/Westfalen wird zur Instandhaltung nach Angaben des Unternehmens eine neue Werkstatt errichtet.
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