Viersen: Die Flamme springt über
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.12.2008Viersen (RPO). Die Lobbericher und Breyeller Pfadfinder brachten das Friedenslicht von Bethlehem nach Nettetal.
Viele Menschen kamen zur Aussendungsfeier in die Alte Kirche, um das Feuer mit nach Hause zu nehmen.Lobberich Alle Jahre wieder setzen Pfadfinder in Deutschland zur Weihnachtszeit ein Zeichen für den Frieden. Sie holen das Friedenslicht aus Bethlehem, es wird an verschiedenen Orten auf die einzelnen Bezirke der Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) verteilt. Die Nettetaler holen das Licht stets im Aachener Dom ab. Das Licht wird dann von den jeweiligen Stämmen entgegengenommen.
Zzur Kirche ging keiner allein
Zur örtlichen Aussendungsfeier trafen sich die Nettetaler DPSG-Pfadfinder in der Alten Kirche in Lobberich. Neben Pfadfindern aus allen Stadtteilen waren auch viele Nettetaler Bürger gekommen, um ihre Kerzen an der besonderen Flamme zu entzünden. Schon vor dem Gottesdienst war die Innenstadt zugeparkt, so viele Menschen drängelten sich um das Friedenslicht. Den Weg zur Kirche ging niemand mehr alleine. Vor der Türe tummelten sich neben den in ihrer Kluft gekleideten Pfadfindern etliche „neutrale“ Besucher, in der Kirche wurden die Plätze knapp. Schließlich mussten viele im hinteren Bereich der Kirche stehen, während der Gottesdienst gehalten wurde. Wer seine Kerze zuhause vergessen hatte konnte sich eine am Eingang kaufen, die organisierenden Pfadfinder aus Lobberich und Breyell hatten für alles gesorgt.
Auch in Kaldenkirchen
Friedenslicht: Samstag, 20. Dezember, und Sonntag, 21. Dezember, übergeben die Pfadfinder des Stammes St. Clemens das Friedenslicht in der katholischen und evangelischen Gemeinde Kaldenkirchens.
Gottesdienst: am 20. Dezember, 18.30 Uhr in der katholischen Kirche und am 21. Dezember, 10 Uhr, in der evangelischen Kirche.
Bis nach Nettetal hatte das Friedenslicht schon einen weiten Weg hinter sich. Wie in jedem Jahr wurde es in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und nach Wien gebracht. Dort nahmen es am dritten Adventsonntag Pfadfinder aus der ganzen Republik in Empfang um es in ihrer Region zu verteilen. „Eine Gruppe der Pfadfinder in Aachen hat das Licht in Wien in Empfang genommen und es nach Aachen gebracht, von wo es auf dieder ganze Diözese verteilt wurde“, erklärte Kurat Johannes Quadflieg.
Die Alte Kirche vermittelte ein stimmungsvolles, feierliches Bild und eine wunderbare Atmosphäre. Auf dem Boden und an vielen anderen Stellen waren zahlreiche Teelichter aufgestellt. Die Pfadfinder verbreiteten dessen ungeachtet zunächst die bei ihnen gewohnte lockere Stimmung. Nach der Begrüßung erscholl der Evergreen der DPSG „Flinke Hände, flinke Füße“.
„Eine schöne Atmosphäre“ sagte ein Mann, der in den hinteren Reihen gebannt die Szenerie verfolgte. Anschließend widmete sich die Friedenslicht-Gemeinde mit Gebeten und Geschichten dem Thema Frieden und der Bedeutung des kleinen Lichtes. „Das Licht ist genau so empfindlich wie der Frieden in der Welt“ sagte Quadflieg. „Aber es kann in den dunkelsten Ecken für ein kleines Licht sorgen.“ Genau dies ist die Besonderheit des Friedenslichtes, wie in der Feier immer wieder betont wurde.
Schließlich wurde das Licht verteilt. Bald erleuchteten zahllosen Kerzen und Laternen zusätzlich die kleine Kirche. Nach dem Ende der Feier wurden Glühwein und Kinderpunsch angeboten. Auch dafür hatten die Pfadfinder gesorgt. Vor der Kirche tollten die Wölflinge noch herum, während sich die Älteren unterhielten. Viele bleiben ein Weile vor der Kirche stehen. Zwischen ihnen leuchteten die kleinen Flammen der Friedenslichter.
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