Schwalmtal: Die mit dem Hund tanzt
VON LAURA SCHAMEITAT - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Schwalmtal (RP). Manuela Galka aus Niederkrüchten ist Dog-Dance-Trainerin. In Waldniel übt sie mit Hundeliebhabern und ihren Vierbeinern drei bis viermal in der Woche Choreographien für Turniere ein.
Laute Cha-Cha-Cha Musik tönt aus der kleinen Trainingshalle am Vogelsrather Weg in Waldniel. Unter den strengen Augen von Trainerin Manuela Galka tanzt Stefanie Liening ihre Choreographie vor. Im Schlepptau hat die Hückelhovenerin dabei nicht etwa ihren Freund, sondern Hund Balu. Der sechsjährige Border Collie kreuzt auf Kommando elegant die Pfoten, läuft durch Stefanies Beine und legt sogar eine ordentliche Pirouette aufs grüne Parkett. Das schwarz-weiße Fell weht und der Schwanz wedelt ohne Unterlass.
Stefanie Liening trainiert drei bis viermal in der Woche in der Halle von Manuela Galka und kommt dafür extra aus Hückelhoven angereist. "Ich bin ja froh, dass es sowas überhaupt hier in der Region gibt. Dafür fahre ich dann auch gern ein Stück", sagt sie. Balu guckt sein Frauchen mit großen Augen an, nickt mit dem Kopf und bellt, als wollte er ihr zustimmen. Früher hat Stefanie Liening mit Balu an sogenannten Agility-Turnieren teilgenommen, bei denen die Hunde einen Hindernisparcours auf Zeit absolvieren. "Dann hat sich Balu aber an der Pfote verletzt und ich habe nach einem anderen Sport gesucht", sagt Liening. So landete sie bei Manuela Galka und ihrer Dog-Dance-Schule.
Wissenswertes
Turnierklassen Bei Turnieren treten Mensch und Hund in zwei unterschiedlichen Klassen an. Für Anfänger gibt es die sogennanten Fun-Klassen, für Profis die professionellen Klassen. Außerdem gibt es auch Klassen für Hunde mit Behinderung.
Musik "Im Prinzip ist jede Musik geeignet", so Galka. Es sollte aber zu den Bewegungen passen.
Kontakt: Interessierte können sich bei Galka unter Tel. 02163-5768850 melden. Homepage: www.dog-dancer.de
Heute sind sie zu dritt beim Training. Neben Stefanie Liening und Balu sind noch Debbie Bierwirth mit Vicky und Renate Matuschek mit Emma trotz klirrender Kälte gekommen. "Mach nicht so viele Tricks, ich will mehr das Gangwerk von Emma sehen. Ja, sehr gut, und jetzt mal die Acht", ruft die Trainerin. Die Acht, das ist der Tanzschritt, bei dem der Hund zweimal hintereinander durch die Beine läuft, sodass es aussieht wie eine Acht. Bei Emma und Renate läuft noch nicht alles optimal. "Emma ist erst 10 Monate alt, ihr fällt es schwer, sich zu konzentrieren", sagt Matuschek. Bis zu ihrem ersten Turnierauftritt haben Welpe und Frauchen aber noch ein halbes Jahr Zeit zum Üben. Manuela Galka hat den außergewöhnlichen Sport vor elf Jahren in Dortmund bei einer Hundeshow für sich entdeckt. "Ich habe dann gesehen, dass es hier in der Nähe noch gar keine Trainer dafür gibt. Also habe ich ein Seminar belegt und damit war meine Schule geboren", erzählt sie.
Mit ihrem ältesten Hund Charly hat sie 2008 im schweizerischen Winterthur den 3. Platz bei einem internationalen Turnier belegt. Mittlerweile hat sie fünf Border Collies. "Die Rasse ist für den Dog-Dance sehr gut geeignet. Die Hunde lieben Bewegung, sie wollen arbeiten", so Galka. Aber auch andere Rassen sind in dem Sport gut aufgehoben. Debbie Bierwirths Vicky beispielsweise ist ein Golden Retriever. Am Schluss der Übungsstunde wagen sich Renate Matuschek und Stefanie Liening sogar gemeinsam aufs Parkett. "Wir trainieren für ein sogenanntes Quartett, also zwei Menschen und zwei Hunde", erklärt Matuschek.
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