Schwalmtal: Die Pfadfinder-Sammlung
VON BIRGITTA RONGE - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Schwalmtal (RPO). In die alte Volksschule in Hehler ist ein Pfadfindermuseum eingezogen. Wölflinge, Alt-Pfadfinder und Besucher erfahren dort, wie sich die Jugendbewegung entwickelt hat. Die Eröffnung ist morgen.
Vor 100 Jahren ging Robert Baden-Powell in Pension. Drei Jahre vorher hatte er die Pfadfinderbewegung ins Leben gerufen, das erste Pfadfindertreffen auf der englischen Insel Brownsea organisiert. 1908 erschien sein Buch "Scouting for Boys" – kurze Zeit später gab es auch die ersten Pfadfinderinnen.
Die Jugendbewegung begeisterte Jungen und Mädchen auf allen Kontinenten. "Die Welt ein bisschen besser zurücklassen, als ihr sie vorgefunden habt" – das war Baden-Powells Vermächtnis an "seine Pfadfinder".
Mehr über diese Bewegung, über die pädagogischen Ziele der Pfadfinder und Baden-Powells Leitsatz "Learning by doing" können Besucher künftig in Schwalmtal erfahren. In der ehemaligen Schule in Hehler, in der im Erdgeschoss der Stamm Franken seine Gruppenräume hat, richtete die Pfadfinder-Geschichtswerkstatt ein Museum ein, das der hundertjährigen Geschichte der Pfadfinderbewegung ein Zuhause geben will.
Singen in der Jurte
Eröffnung Samstag, 4. September, 14.30 Uhr mit Führung, Vortrag und Erläuterungen, historischen Filmen und Singen in der Jurte. Prof. Dr. Harald Ludwig, Uni Münster, hält einen Vortrag zu "Freiheit und Bindung in der pfadfinderischen Erziehung"
Adresse Pfadfinderzentrum "Exploris", Hehler 171, Stamm Franken aus Schwalmtal
Während unten die Wölflinge lernen, wie man Knoten bindet, können oben Gäste aus Deutschland und dem Ausland erfahren, wie sich die Pfadfinderbewegung im Laufe der Jahrzehnte entwickelte.
Wimpel aus aller Welt
So haben die Macher der Ausstellung mit großem ehrenamtlichen Engagement nicht nur die alten Schulräume wieder hergerichtet – die Wände gestrichen und das Parkett abgeschliffen – sondern auch viele sehenswerte Zeichen mehrerer Generationen von Pfadfindern zusammengetragen. Da finden sich Fahrtenbücher ebenso wie Liedersammlungen und Instrumente, viele Abzeichen, Wimpel und Fahnen, Trachten der einzelnen Gruppen aus dem In- und Ausland und aus verschiedenen Jahrzehnten.
Ein typisches Pfadfinderzelt haben die Helfer der Geschichtswerkstatt aufgestellt und einen Rucksack gepackt, der zeigt: Ein "Pfadi", der länger auf Tour ist, schleppt ganz schön viel mit sich. "Dafür gab es extra Einweisungen, wie der Rucksack zu packen ist", erinnert sich Ernst Werner Ludwig aus Niederkassel, Vorsitzender der Pfadfinder-Geschichtswerkstatt.
Das Museum in Hehler sei deutschlandweit "das einzige dieser Art", sagt Ludwig, in der Nähe von Bamberg gebe es auch noch ein kleines Museum. Froh sei der Verein darüber, in Hehler eine Bleibe gefunden zu haben, "da wir uns ja nur aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren und nicht so viel Geld haben".
Mit einer Feier wird nun am morgigen Samstag, 4. September, das Museum und das anhängige Archiv, in dem etwa alte Pfadfinderausweise, Fahrtenchroniken und Schallplatten mit Pfadfinderliedern aufbewahrt werden, eröffnet. Noch ist das Museum auf Anfrage für Besucher geöffnet, mit ehrenamtlicher Hilfe soll es ab 2011 für Interessierte offen sein. Pfadfinder aus aller Welt könnten den Weg nach Schwalmtal finden. Auf der Wiese neben dem Pfadfinderzentrum ist zumindest genug Platz für viele Jurten.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


